MDR-Bericht deckt auf

EU soll Renovierung eines tschechischen Puffs bezahlt haben 

München - Einem Medienbericht zufolge hat die Europäische Union Fördergelder für den Bau eines Bordells an der Grenze zu Bayern ausgegeben.

Wie das MDR-Nachrichtenmagazin exakt berichtet, handelt es sich um den „Partynightclub“ auf einem ehemaligen Bauernhof in der tschechischen Gemeinde Pomezí nad Ohří.

Demnach subventionierte die EU dort mit 40.000 Euro die Modernisierung einer Pension, die nun als Bordell betrieben wird. Laut Recherchen des MDR wird der Fall nun von der Europäischen Kommission in Brüssel geprüft. Unter Umständen wird sogar die Antikorruptionseinheit OLAF eingeschaltet.

Die EU-Kommission geht offenbar der Frage nach, ob Amtsträger den mutmaßlichen Subventionsbetrug unterstützt haben. Inzwischen sei auch der Antragsteller, eine Betreiberfirma des Gebäudes, aufgefordert worden, die Förderumme zurückzuzahlen.

Die Kommission erklärte auf Anfrage, nach einer Überprüfung durch tschechische Behörden 2015 sei deutlich geworden, dass das Projekt die Förderungsbedingungen für die Stärkung des ländlichen Raums nicht erfülle. „Die Finanzierung des Projekts wurde gestoppt und ein Verfahren zur Rückforderung des Geldes begonnen. Dieses Verfahren läuft noch.“

Laut MDR werden Fördergelder in Tschechien schon nach formal richtiger Antragsstellung ausgezahlt. Erst im Anschluss wird der Verwendungszweck kontrolliert. „Der Fall zeigt sehr deutlich, dass die Kontrollen in erster Sekunde stattfinden müssen, dort werden verschiedene Fehler gemacht, dort wird versucht zu betrügen“, sagte das sächsische Europaparlamentsmitglied Peter Jahr (CDU) gegenüber dem MDR-Magazin exakt und äußerte damit Kritik am tschechischen Fördersystem.

Mehr zu diesem Thema ist am Mittwoch, 5. April, ab 20.15 Uhr im MDR zu sehen.

tz/mm/dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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