Bericht: Verfassungsschutz kannte schon 2000 Nazi-Versteck

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Die inhaftierte mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe soll sich am 4. November in unmittelbarer Nähe des Wohnmobils aufgehalten haben, in dem sich die beiden anderen Mitglieder der Zwickauer Terrorzelle, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, töteten.

München - Kannten Verfassungsschützer kannten schon im Mai 2000 das Versteck der untergetauchten Rechtsterooristen vom "Nationalsozialistischen Untergrund"? Das legt nun ein Medienbericht nahe.

Die inhaftierte mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe soll sich am 4. November in unmittelbarer Nähe des Wohnmobils aufgehalten haben, in dem sich die beiden anderen Mitglieder der Zwickauer Terrorzelle, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, töteten. Dafür habe die Bundesanwaltschaft inzwischen Belege, berichtet das Nachrichtenmagazin “Focus“ am Samstag vorab.

Die rechte Terrorzelle - Chronologie der Ereignisse in Bildern

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Thüringer Verfassungsschützer kannten nach “Focus“-Informationen zumindest im Mai 2000 das Versteck der untergetauchten Rechtsextremisten in Chemnitz. Das Observationsfoto des Trios vom 15. Mai 2000, das in die Akten des Thüringer Landeskriminalamtes gelangte, stamme ursprünglich von Thüringer Verfassungsschützern. Der damalige Präsident des Amtes, Helmut Roewer, hatte im November erklärt, die Fahndung seines Amtes nach den 1998 untergetauchten Rechtsextremisten sei “extrem aufwendig“ gewesen, aber “leider erfolglos“ verlaufen. Auf die Frage des Nachrichtenmagazins, ob ihm die Observationsfotos damals vorgelegt wurden, wollte Roewer nicht antworten.

DVD des Sadismus: Bilder aus dem Video der NSU

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Die Staatsanwaltschaft Erfurt führt derzeit nach eigenen Angaben Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt “gegen mehrere Personen“. Eine Anhörung der damals für die Fahndung Verantwortlichen sei aber wenig wahrscheinlich. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt, Hannes Grünseisen, sagte dem “Focus“, es sehe danach aus, dass Strafvereitelung im Amt verjährt sei.

dapd

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