Nach Wahl-Niederlage 2012

Berlin-Bürgermeister Müller will wieder SPD-Chef werden

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Berlins Bürgermeister Michael Müller (rechts) und der SPD-Vorsitzende Jan Stöß.

Berlin - Es war wohl eine der bittersten Niederlagen im Leben von Michael Müller. 2012 verlor er den Berliner SPD-Vorsitz an Jan Stöß. Nun will der Regierende Bürgermeister ihn wieder zurück.

Knapp vier Jahre nach seiner Abwahl als SPD-Landesvorsitzender will Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) das Amt zurückerobern. Er trete auf dem Parteitag am 30. April zur Wahl an, sagte Müller am Mittwoch am Rande eines Treffens der ostdeutschen Regierungschefs im vorpommerschen Stolpe der Deutschen Presse-Agentur.

„Ich glaube, dass es jetzt richtig ist, die Führungsfrage eindeutig zu klären“, begründete Müller seine Kandidatur. Es sei ein übliches Modell, dass der Ministerpräsident auch der Landesparteivorsitzende ist. Nicht nur für die Zeit des Wahlkampfes, sondern auch für die Zeit danach sei es gut, Eindeutigkeit zu haben.

Müller: Stöß "muss nun sehen, wie er damit umgeht"

Ob der derzeitige Berliner SPD-Vorsitzende Jan Stöß sein Amt verteidigen und sich der Abstimmung stellen will, war zunächst nicht bekannt. Müller informierte Stöß nach eigenen Angaben über seine Kandidatur. „Wir sind schon seit Wochen im Gespräch.“ Auf die Frage, ober er eine Kampfkandidatur erwarte, sagte Müller: „Der Vorsitzende muss nun sehen, wie er damit umgeht.“

Müllers Ankündigung ist auch als Revanche zu verstehen. Er war bereits von 2004 bis 2012 SPD-Landesvorsitzender. Der damals eher unbekannte Parteilinke Stöß entriss ihm das Amt, als er sich auf einem Parteitag 2012 gegen Müller durchsetzte. Die parteiinterne Abstimmung um das Amt des Regierenden Bürgermeisters konnte Müller Ende 2014 wiederum deutlich gegen Stöß für sich entscheiden.

Am 18. September wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Müller ist Spitzenkandidat seiner Partei. Die SPD lag in Umfragen zuletzt bei 27 Prozent, damit wäre sie stärkste Kraft. Ein Wechsel an der Parteispitze war auf dem Parteitag so kurz vor der Wahl ursprünglich nicht geplant gewesen - der Vorstand sollte überwiegend bestätigt werden. Nun will Müller offenkundig die Partei-Zügel wieder stärker in die Hand nehmen.

dpa

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