Berlin: Eindringlinge in syrischer Botschaft

+
20 bis 25 Personen sind am Freitag in die syrische Botschaft in Berlin eingedrungen.

Berlin - Rund 20 bis 25 Personen sind am Freitag in die syrische Botschaft in Berlin-Tiergarten eingedrungen. Ob ein Zusammenhang mit der Gewalt in Syrien besteht, ist bislang unklar.

Syrische Regimegegner sind am Freitag gewaltsam in die Botschaft ihres Heimatlandes in Berlin eingedrungen und haben dort Teile der Einrichtung demoliert. Wie die Polizei mitteilte, traten rund 30 Männer und Frauen am Nachmittag die Eingangstür auf und stürmten in das Gebäude im Stadtteil Tiergarten. Verletzt wurde niemand. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes verurteilte den Vorfall “auf das Schärfste“.

In der Botschaft zerstörten die Eindringlinge in verschiedenen Büros Teile des Mobiliars und Bilder des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Aus einem Fenster hängten sie eine Fahne des syrischen Widerstands. Auf die Fassade der Botschaft sprühten sie auf Englisch und Arabisch politische Parolen, darunter “Revolution and Freedom“.

In Syrien geht das Assad-Regime seit Monaten mit Gewalt gegen Oppositionelle vor. Seit März sind dabei nach UN-Schätzungen mindestens 5600 Menschen ums Leben gekommen.

Die Berliner Polizei nahm die Randalierer fest, die keinen Widerstand leisteten. Es seien ausschließlich Syrer oder Menschen syrischer Abstammung gewesen, hieß es. Nach Aufnahme ihrer Personalien kamen die Eindringlinge, darunter drei Frauen, wieder frei. Der Botschafter stellte Strafantrag. Die Polizei ermittelt nun wegen Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch.

Das Auswärtige Amt betonte, die Bundesregierung nehme ihre Verantwortung für die Sicherheit aller diplomatischen und konsularischen Vertretungen in Deutschland sehr ernst. “Übergriffe auf Botschaften und Konsulate müssen mit aller Konsequenz verfolgt werden“, hieß es in einer Mitteilung.

Der Nahost-Beauftragte des Auswärtigen Amtes, Botschafter Boris Ruge, habe mit dem syrischen Botschafter telefoniert und sein Bedauern über den Vorgang zum Ausdruck gebracht.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres waren Regimegegner in die syrische Botschaft in Berlin eingedrungen. Sie wollten damit gegen die Ermordung eines syrisch-kurdischen Oppositionspolitikers demonstrieren.

dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.