Deutsch-türkische Beziehungen

Berlin pocht auf Freilassung weiterer Deutscher in Türkei

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Die deutsche Bundesregierung begrüßt die Freilassung deutscher Häftlinge in der Türkei, fordert aber Lösungen für die noch immer inhaftierten Deutschen. Foto: Marijan Murat/Symbolbild

Erneut lässt die türkische Justiz einen deutschen Häftling frei. Präsident Erdogan spricht von Tauwetter.

Berlin/Stadtallendorf (dpa) - Nach der Freilassung eines 45 Jahre alten Deutschen aus türkischer Haft pocht Berlin auf Lösungen für die verbleibenden Bundesbürger in türkischen Gefängnissen.

"Nach Auffassung der Bundesregierung ist die Lösung der verbliebenen Haftfälle eine wichtige Aufgabe zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter am Freitag in Berlin. In diesem Zusammenhang nehme man auch die Nachricht, dass ein Mann aus Hessen freigekommen sei, "positiv zur Kenntnis".

Der 45-Jährige soll in den nächsten Tagen zurück nach Deutschland reisen, wie die hessische Landtagsabgeordnete Handan Özgüven der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden sagte. Der Mann aus Stadtallendorf bei Marburg ist deutscher Staatsbürger und war am 10. September offenbar wegen politischer Vorwürfe bei der Einreise am Istanbuler Flughafen festgenommen worden.

Vor einer Woche war schon der Deutsche David Britsch aus türkischer Haft freigekommen. Mitte Dezember war die deutsche Journalistin Mesale Tolu aus der Untersuchungshaft in Istanbul entlassen worden, Ende Oktober der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner. Aktuell befinden sich sieben deutsche Staatsangehörige, darunter der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel, aufgrund politischer Vorwürfe in türkischer Haft, hieß es am Freitag aus dem Auswärtigen Amt.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte von einer Verbesserung der deutsch-türkischen Beziehungen gesprochen. "Es gab Probleme, aber unsere letzten Gespräche waren überaus gut", sagte Erdogan nach Angaben der Zeitung "Hürriyet" vom Donnerstag. "Wir haben weder ein Problem mit Deutschland noch mit Holland noch mit Belgien", zitierte ihn die Zeitung. Die Türkei sei "gezwungen, Feinde zu verringern und Freunde zu vermehren." Streiter sagte am Freitag dazu, die Bundesregierung habe die Aussagen Erdogans "zur Kenntnis genommen".

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