Berlin will Hotelbetten für Flüchtlinge anmieten

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Das ehemalige Hotel President dient heute als Flüchtlingsunterkunft. Die Stadt Berlin will weitere Hotelbetten für Flüchtlinge anmieten. Foto: Britta Pedersen

Berlin (dpa) - Berlin will deutlich mehr Flüchtlinge als bisher in Hotels unterbringen. Derzeit liefen Verhandlungen mit Hotelbetreibern, unter anderem mit der Gesellschaft Grand City Hotels, sagte Senatssprecherin Daniela Augenstein.

"Wie diese Gespräche allerdings ausgehen, ist völlig offen." Weder Senat noch Hotelgesellschaft machten Angaben über einzelne Häuser, Kapazitäten und Kosten. Bisher waren Flüchtlinge in Berlin nur in leerstehenden oder schlechter laufenden Hotels untergebracht worden.

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" wird über eine längerfristige Anmietung von 10 000 Hotelbetten in 22 Hotels gesprochen. Es gehe um ein Gesamtvolumen von 600 Millionen Euro. Die Hotelgesellschaft verlange 50 Euro pro Hotelplatz und Nacht.

Die Gespräche seien noch in einem sehr frühen Stadium, sagte Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD). Über mögliche Kosten könne überhaupt noch nichts gesagt werden. Generell strebe Berlin an, Flüchtlinge für rund zehn Euro pro Tag unterzubringen. Daher sei "nicht gesagt, ob es bei den Gesprächen zu Ergebnissen kommen wird".

Die Unterbringung von Flüchtlingen in Hotels oder Hostels ist die teuerste Variante. Derzeit zahlt Berlin für einen Hostelplatz laut Sozialverwaltung im Schnitt 37,50 Euro pro Tag. Nur 642 Flüchtlinge sind so untergebracht.

Dem Tourismus würde die Unterbringung in Hotels nach Einschätzung der Branche nicht schaden. "Wir haben mehr als ausreichend Kapazität, auch wenn diese 10 000 Betten wegfallen", sagte Kerstin Jäger vom Berliner Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Für die Hotels sei es attraktiv, Bettenkontingente zu verkaufen und so eine gesicherte Auslastung zu haben.

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