Aufrüsten bis zum Gleichgewicht des Schreckens

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Panzer gegen Bürger: Der Volksaufstand am 17. Juni 1953 in der DDR wurde von den Sowjets blutig niedergeschlagen.

Mit dem ersten erfolgreichen Atombombentest der Sowjetunion 1949 wurde auch auf militärischer Ebene ein „Gleichgewicht des Schreckens“ zwischen den zwei Blöcken hergestellt. Ein unaufhaltsames Wettrüsten begann.

Weiter verschärft wurde der Ost-West-Gegensatz durch Maos kommunistischen Umsturz in China.

Von 1950 bis 1953 kam es in Korea zur ersten großen militärischen Auseinandersetzung während des Kalten Krieges, nachdem der kommunistische Norden in den westlich orientierten Süden einmarschiert war. Die USA kämpften in diesem Stellvertreterkrieg offen an der Seite Südkoreas, während der Norden Unterstützung von China erhielt. Die Sowjets beteiligten sich durch Waffenlieferungen an der Auseinandersetzung.

Die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und der Beitritt zum Nordatlantikpakt waren eine der Folgen des Konflikts, da der Westen eine ähnliche Bedrohung wie in Südkorea auch für West-Deutschland sah. Zudem reagierte die Nato Mitte der 50er-Jahre mit der neuen Militärstrategie der massiven Vergeltung („massive retaliation“), wonach jede militärische Aggression mit einem nuklearen Gegenschlag beantwortet werden sollte.

Die Einflusssphäre der UdSSR wurde von den Vereinigten Staaten fortan anerkannt. Das wurde vor allem bei der Niederschlagung der Volksaufstände in der DDR (17. Juni 1953) und in Ungarn (November 1956) deutlich. Die USA unternahmen dort nichts, um der Gewalt der Roten Armee entgegenzutreten. Nach Stalins Tod 1953 setzte sich die Auffassung seines Nachfolgers Nikita Chruschtschow von der „friedlichen Koexistenz“ von Ost und West durch.

Der anhaltenden Fluchtbewegung Hunderttausender DDR-Bürger nach West-Berlin konnte aber weder diese Entspannung der weltpolitischen Lage entgegenwirken noch das Berlin-Ultimatum Chruschtschows, das den Abzug der Westmächte aus Berlin und die Errichtung einer entmilitarisierten „Freien Stadt“ forderte. Letztlich entschloss sich das Ost-Berliner Regime daher zur totalen Abschottung durch den Bau eines „antifaschistischen Schutzwalls“. So wurde die Mauer von DDR-Offiziellen enannt. (dapd)

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