Von unserem Korrespondenten Stefan Vetter

Berliner Notizen zum Wochenende: Unterirdisch zum Reichstag

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Was machen eigentlich Annette Schavan und Gregor Gysi. Wir wissen es - und schreiben es hier. Von Stefan Vetter.

Um Annette Schavan ist es ruhig geworden. Als Bundesforschungsministerin wegen ihrer abgeschriebenen Doktorarbeit unfreiwillig aus dem Amt geschieden ist die 58jährige CDU-Frau seit einem Monat Botschafterin beim Heiligen Stuhl. Einer Illustrierten verriet Schavan jetzt, dass sie ihre neue Dienst-Heimat Rom mit dem Motorroller erkunden möchte. Man kennt das ja aus älteren italienischen Filmen. Da waren die Zweiräder allgegenwärtig. Auch einen Italienisch-Kurs hat die Katholikin bereits besucht. Das hilft schon mal bei der Orientierung.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer braucht sich indes keine Gedanken um eine passende Anschlussverwendung zu machen. Zwar war auch er in Verdacht geraten, bei seiner Doktorarbeit geschummelt zu haben. Aber die Universität Prag, an der Scheuer vor zehn Jahren über die „politische Kommunikation der CSU im Systems Bayerns“ promoviert hatte, erteilte ihm jetzt Absolution. Zwar waren drei Textpassagen ohne Kennzeichnung zitiert gewesen. Aber „im Kontext der gesamten Arbeit“ sei das noch zu verschmerzen, befanden die Gelehrten. Schwein gehabt.

Gregor Gysi ist zwar nach wie vor nur 1,64 Meter groß. Aber als Oppositionsführer fühlt sich der Linke in seiner Bedeutung enorm gewachsen. Selbst aus der Wirtschaft bekomme er immer mehr Einladungen. Kaum noch eine Tagung dort, an der er nicht teilnehmen solle, erzählte Gysi kürzlich mit stolz geschwellter Brust. „Das ist gar nicht mehr alles zu schaffen.“ Er müsse sich jetzt mal ein neues Konzept überlegen, sagte Gysi. So etwas wäre auch für die Linke selbst ganz hilfreich - zum Beispiel, wenn es um die Haltung zur DDR oder zu Waffenlieferungen an die Kurden geht.

Neue Attraktion für Berlin-Besucher? Angeblich prüft der Bundestag am Rande des Tiergartens den Bau eines Besucher- und Informationszentrums, von dem aus man durch einen Tunnel bis zur großen Freitreppe des Reichstagsgebäudes gelangen kann. Rund 150 Millionen Euro würde das unterirdische Projekt allerdings kosten. Ein bisschen sehr viel, nur um auf den letzten Metern trockenen Fußes zu den Volksvertretern zu kommen. Zumal doch überall gespart werden soll.

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