Berlusconi-Anwälte: "Striptease" vor Gericht

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Silvio Berlusconi steht in Mailand vor Gericht.

Mailand - Mit einem “Striptease“ haben die Verteidiger von Silvio Berlusconi am Freitag eine Anhörung im Sex-Prozess gegen den früheren italienischen Regierungschef eröffnet.

Niccolò Ghedini und Piero Longo entledigten sich aus Protest gegen die Richter ihrer Roben und verschwanden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa aus dem Mailänder Gerichtssaal. Die beiden Spitzenanwälte Berlusconis hätten die Verteidigung empört ihren Stellvertretern überlassen.

Bei dem Streit mit der Vorsitzenden Richterin Giulia Turri ging es vor allem um die nächsten Anhörungstermine in dem Prozess um wilde “Bunga-Bunga“-Feste in einer Villa des “Cavaliere“. Berlusconis Anwälte wollten die am 30. Januar und am 10. Februar geplanten Anhörungen verschieben, weil der angeklagte Berlusconi um diese Tage herum andere Termine vor Gericht habe, so im Korruptionsverfahren um den britischen Anwalt David Mills. Das Gericht habe darüber zunächst nicht entscheiden wollen, die Anwälte seien daraufhin ausgezogen.

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Der am 12. November als Regierungschef zurückgetretene Berlusconi nahm bisher nicht an den Verhandlungen teil. Im Prozess um den Fall “Rubygate“ lastet die Staatsanwaltschaft ihm vor allem sexuelle Kontakte zu der damals noch minderjährigen Ruby alias Karima el-Marough an. Sex mit Minderjährigen ist in Italien strafbar.

Berlusconi wird auch Amtsmissbrauch vorgeworfen, weil er das Mädchen mit einem Anruf bei der Polizei aus deren Gewahrsam befreit haben soll. Berlusconi bestreitet strafbare Handlungen. Mehr als 200 teils prominente Zeugen sollen noch vor Gericht geladen werden, darunter US-Filmstar George Clooney, die sardische Schauspielerin Elisabetta Canalis und Real Madrids Fußballstar Cristiano Ronaldo.

dpa

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