Ex-Premier vor Gericht

Berlusconi: Ich hatte nie Sex mit Ruby

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Silvio Berlusconi behauptet er habe Ruby für mindestens 24 Jahre alt gehalten.

Mailand - Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat bei einem seiner seltenen Auftritte vor Gericht Sex-Vorwürfe zurückgewiesen.

Er habe niemals Geschlechtsverkehr mit einer als Ruby bekannten marokkanischen Minderjährigen gehabt, sagte Berlusconi am Freitag. Auch bei den sogenannten „Bung-Bunga“-Partys in seiner Villa nahe Mailand sei es nicht zu sexuellen Aktivitäten gekommen. „Der Begriff 'Bunga-Bunga' kommt von einem Witz, den ich mehrfach wiederholt habe und den die Medien bösartig aufgegriffen haben“, erklärte der 76-Jährige.

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Er habe „nie irgendeine Art von intimer Beziehung“ mit dem marokkanischen Mädchen unterhalten, sagte Berlusconi. Er habe ihr aber geglaubt, dass sie 24 Jahre alt und Nichte des damaligen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak sei. Berlusconi wird vorgeworfen, sich als Regierungschef für Ruby eingesetzt zu haben, als sie im Mai 2010 von der Polizei unter Diebstahlverdacht festgenommen wurde. „Ich habe niemals Druck auf einen Beamten ausgeübt, mit dem ich gesprochen habe“, sagte Berlusconi. „Ich habe nur nach Informationen gefragt“. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Amtsmissbrauch vor.

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Seinen Einlassungen im laufenden Gerichtsverfahren kommt nicht das Gewicht einer Aussage unter Eid zu. Berlusconis Anwälte hatten ursprünglich angekündigt, ihr Mandant werde nicht aussagen.

Zu den Partys sagte Berlusconi dennoch, „ich kann mit absoluter Sicherheit ausschließen, dass es je irgendeine Szene sexueller Natur gegeben hat“. Er habe bei den Treffen „die Aufmerksamkeit auf sich gezogen, gesungen, über Sport, Politik und Gerüchte gesprochen“. Der Ruf seiner weiblichen Gäste sei beschädigt durch Gerüchte, sie seien für ihre Gesellschaft bezahlt worden. Er habe nie jemanden für Geschlechtsverkehr in seiner Villa bezahlt, sagte Berlusconi.

Der derzeitige Prozess ist der erste, in dem es um das persönliche Verhalten des ehemaligen Ministerpräsidenten geht. Bei einem Schuldspruch könnten ihm öffentliche Ämter verboten werden. Seit dem Rücktritt Berlusconis im November 2011 ist offen, ob er im kommenden Frühjahr noch einmal kandidieren wird, wenn das Mandat der von Mario Monti geführten Experten-Regierung ausläuft.

Von Colleen Barry

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