Gefängnisstrafe

Berlusconi droht mit "Revolution"

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Silvio Berlusconi: "Wenn ich ins Gefängnis muss, gibt es eine 'Revolution'".

Rom - Nach seiner Verurteilung wegen Steuerbetrugs hat Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi vor einer "Revolution in Italien" gewarnt, falls er ins Gefängnis muss.

Mit Blick auf seine mögliche Inhaftierung sagte der 77-Jährige in einem am Donnerstag ausgestrahlten Gespräch mit dem französischen Sender Europe 1: "Ich bin sicher, dass sie das nicht machen können, sonst würde es eine Revolution in Italien geben."

Berlusconi wurde Ende November aus dem italienischen Senat ausgeschlossen und verlor damit auch seine parlamentarische Immunität. Der Ex-Regierungschef, der weiter an der Spitze seiner Partei Forza Italia steht, fordert Neuwahlen in Italien parallel zu den Europawahlen im Mai.

Mit Blick auf seine politischen Ambitionen sagte er nun: "Man kann nicht jemanden ins Gefängnis werfen, seiner Freiheit berauben, der dabei ist, einen Wahlkampf gegen eine Mehrheit zu führen, die ihren juristischen Arm für den Versuch genutzt hat, ihn politisch auszuschalten." Er hätte sofort "eine große Mehrheit" bei den nächsten Wahlen in Italien.

Der 77-Jährige fügte hinzu: "Und außerdem, da ich ein sehr bedeutendes Alter habe, habe ich Angst vor nichts." Er werde sein Leben als "Patriot und Staatsmann" nicht beenden, indem er aus seinem Land flüchte.

Berlusconi war Anfang August wegen Steuerbetrugs in letzter Instanz zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Sein Alter bewahrt ihn aber davor, tatsächlich hinter Gitter zu müssen. Ihm droht allerdings derzeit ein neuer Prozess wegen Zeugenbestechung im Zusammenhang mit dem Sex-Skandal Rubygate. Wegen der Affäre war Berlusconi in erster Instanz bereits wegen der Prostitution Minderjähriger und Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

AFP

Silvio Berlusconi: Seine Affären und Skandale

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