Sparkurs

Berlusconi: Kein Geld mehr für junge Models

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Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi stellt laut Medienberichten seine monatlichen Zahlungen an junge Models für seine Partys ein.

Rom - Junge Models in Italien müssen sich künftig andere Einnahmequellen suchen, als die Partys von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi zu schmücken. Dafür gibt's vom ihm kein Geld mehr.

Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat Medienberichten zufolge seine bisherigen monatlichen Zahlungen an ein Heer junger Models eingestellt, die bisher seine Partys mit ihrer Anwesenheit schmückten. Der Schritt gehöre zu einer Reihe von Ausgabenkürzungen bei dem 77-Jährigen, hieß es in Presseberichten vom Freitag. Demnach zahlte Berlusconi zeitweise bis zu 14 jungen Models und Tänzerinnen eine monatliche Apanage von 2500 Euro. Die Frauen waren in von ihm gemieteten Apartments in der Via Olgettina untergebracht und sind nach ihrer Adresse als "Olgettine" bekannt.

Nach einer Reihe von Fehlinvestitionen und angesichts seiner kostspieligen Scheidung von seiner Ehefrau Veronica Lario müsse der Milliardär Berlusconi den Gürtel inzwischen enger schnallen, berichtete etwa "La Repubblica". So wolle der "Cavaliere" von seinem 2,1 Millionen Euro Jahresmiete teuren Palast bei Rom in ein günstigeres Luxusapartment im Zentrum der Stadt umziehen. Berlusconi befinde sich auf "strikter Finanzdiät", hieß es in dem Zeitungsbericht.

Silvio Berlusconi: Seine Affären und Skandale

Korruption, Mafia-Verbindungen, Sexskandale: Silvio Berlusconi kam mit diversen Affären immer wieder in die Schlagzeilen. Hier eine Auswahl: © dpa
Spektakulärster Fall ist “Rubygate“. Die Staatsanwaltschaft lastet dem 75-Jährigen Kontakte zu dem minderjährigen marokkanischen Escortgirl Karima el-Marough, genannt “Ruby“, an. Da Berlusconi das Mädchen mit einem Anruf bei der Polizei aus deren Gewahrsam befreite, soll er sich auch wegen Amtsmissbrauchs verantworten. © dpa
Außerdem steht der Medien-Milliardär im Verdacht, den britischen Anwalt David Mills bestochen zu haben. 1998 soll Berlusconi 600 000 US-Dollar (436 347 Euro) bezahlt haben, damit dieser in Prozessen gegen seinen Medienkonzern Falschaussagen macht. Ein für Berlusconi maßgeschneidertes Immunitäts-Gesetz (“Lodo Alfano“), das zeitweise zur Aussetzung auch dieses Verfahrens geführt hatte, war vom Verfassungsgerichtshof Ende 2009 gekippt worden. © dpa
Drei prominente Mitglieder von Berlusconis Regierungspartei “Volk der Freiheit“ (PdL) gerieten im Juli 2010 ins Visier der Justiz - darunter ein wegen Geschäften mit der Mafia bereits verurteilter Berlusconi-Freund. Die Justiz wirft ihnen unter anderem vor, eine kriminelle Vereinigung mit aufgebaut zu haben, um politische und juristische Entscheidungen des Landes zu beeinflussen. Zuvor hatte ein ehemaliger Mafia-Killer Berlusconi vor Gericht sogar mit einer Serie von Bombenanschlägen in Verbindung gebracht. © dpa
Als Kandidatinnen der Regierungspartei für die Europawahl 2009 schlug Berlusconi drei junge Schönheiten vor: eine ehemalige TV-Ansagerin, eine Fernsehschauspielerin und eine Sängerin. © dpa
“Schamlose Luder im Dienst der Macht“, beschimpfte damals seine Noch-Ehefrau Veronica Lario die Damen. Lario reichte 2009 die Scheidung ein. © dpa
Eine angebliche Affäre mit der Schülerin Noemi Letizia hatte zuvor für Aufsehen gesorgt. Nach Berlusconis Besuch auf Noemis Party zum 18. Geburtstag hatte Gattin Lario öffentlich gesagt, Berlusconi treffe sich “mit Minderjährigen“. Gerüchte um eine Liaison mit der Schülerin, die ihn “Papi“ nannte, wies er allerdings zurück. © dpa
Und hier weitere Bilder, Skandale und Skandälchen von und mit Silvio Berlusconi: „Gott sei Dank gibt es mich“: Berlusconi leidet nicht an Minderwertigkeitsgefühlen. © dpa
Kleiner Mann: Ist 1,64 Meter groß, behauptet aber steif und fest, er sei 1,71 Meter. © dpa
Zumindest körperlich auf Augenhöhe: Angela Merkel und Silvio Berlusconi. © dpa
Liebt theatralische Gesten: Silvio Berlusconi. © dpa
Dem ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten gehören fast die Hälfte aller italienischen Fernsehsender. © dpa
Im „Canale 5“-Studio mit dem Journalisten Alessio Vinci. © dpa
Zwei Männer, die sich beide für unwiderstehlich halten und hielten: Berlusconi und der mittlerweile verstorbene libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi. © dpa
Der Milliardär mal ohne Dauergrinsen im Gesicht. © dpa
Berlusconi ist fünffacher Großvater. © dpa
Mit Escort-Dame Patrizia D'Addario soll er auch ein Verhältnis gehabt haben... © dpa
Und wieder eine große Geste. © dpa
Berlusconi bei einer UN-Vollversammlung. © dpa
Shaking Hands mit den Obamas beim G20-Gipfel in Pittsburgh. © dpa
Im Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel. © dpa
Berlusconi war ziemlich sauer darüber, dass seine Straffreiheit aufgehoben wurde. © dpa
Wohin führt nun der Weg? © dpa
Hier sieht es aus, als säße Berlusconi auf der Anklagebank. Tat er auch ständig - irgendwie. © dpa
Berlusconi resigniert. © dpa
Ciao, Silvio! © dapd

Berlusconis fast 50 Jahre jüngere Freundin Francesca Pascale hatte kürzlich einer Zeitung gesagt, sie überprüfe die Haushaltsbücher des 77-Jährigen. Dabei sei sie auf Rechnungen gestoßen, in denen ein Kilo grüne Bohnen mit 80 Euro abgerechnet wurde. Zudem werde Berlusconi täglich frischer Fisch geliefert, obwohl er gar keinen Fisch esse.

Nach einer rechtskräftigen Verurteilung wegen Steuerbetrugs war Berlusconi Ende November aus dem italienischen Senat ausgeschlossen worden. Er verlor damit auch seine parlamentarische Immunität. Wegen Prostitution Minderjähriger und Amtsmissbrauchs wurde Berlusconi zudem im Juni in erster Instanz zu sieben Jahren Haft verurteilt. In diesem Zusammenhang laufen inzwischen auch Ermittlungen wegen Zeugenbeeinflussung gegen ihn. Die Untersuchung zielt auf insgesamt 45 Verdächtige, unter ihnen Anwälte Berlusconis sowie mehrere junge Frauen.

AFP

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