Uni-Proteste in Hamburg

Bernd Lucke: AfD-Mitgründer kritisiert Umgang mit Greta Thunberg

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AfD-Mitbegründer Bernd Lucke stänkerte wegen Greta Thunberg.

Laut der Meinung von AfD-Mitgründer Bernd Lucke ist die Freiheit der Rede in Deutschland gefährdet. Zeitgleich kritisiert er den Umgang mit der Greta Thunberg.

Greta Thunberg ist für viele Menschen eine Hoffnungsträgerin, die die Politik in Sachen Umweltschutz aufrüttelt. Für andere ist die 16-Jährige ein undankbares Mädchen, das noch nichts in seinem Leben geschafft hat und realitätsferne Forderungen stellt. Manche Menschen sehen Gretas weltweiten Kampf für mehr Klimaschutz gar als Anlass, die Schwedin als Feindbild aufzubauschen und im Internet zu beschimpfen und zu bedrohen.

Greta Thunberg äußert sich zu Hass im Netz 

Ende September bezog die „Fridays for Future“-Initiatorin zu dem Hass, der ihr online entgegenschlägt, auf Instagram Stellung: „Wie ihr vielleicht bemerkt habt, sind die Hater so aktiv wie eh und je [...]. Sie denken sich jede erdenkliche Lüge und Verschwörungstheorie aus“, schrieb sie.  Kürzlich hatte sie erst in einem Interview erzählt, dass sie vor einigen Jahren an Depressionen gelitten habe. Außerdem lehnte sie aus Protest einen Umweltpreis ab, der mit knapp 50.000 Euro dotiert ist.

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Here we go again... As you may have noticed, the haters are as active as ever - going after me, my looks, my clothes, my behaviour and my differences. They come up with every thinkable lie and conspiracy theory. It seems they will cross every possible line to avert the focus, since they are so desperate not to talk about the climate and ecological crisis. Being different is not an illness and the current, best available science is not opinions - it’s facts. I honestly don’t understand why adults would choose to spend their time mocking and threatening teenagers and children for promoting science, when they could do something good instead. I guess they must simply feel so threatened by us. But the world is waking up. See you in the streets this Friday! #fridaysforfuture #schoolstrike4climate #climatestrike #aspiepower

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Lucke kritisiert nach Vorfällen in Hamburger Uni auch Greta Thunberg 

Dabei ist Greta nicht nur anonymen Kritikern im Netz ein Dorn im Auge. Die 16-Jährige, bei der Asperger-Autismus diagnostiziert wurde, musste kürzlich auch von Komiker Dieter Nuhr einiges einstecken. Jetzt stänkerte auch Ex-AfD-Chef Bernd Lucke gegen Greta, die mittlerweile viele Jugendliche als Vorbild sehen. Der Grundtenor seiner Aussage: Man könne nichts gegen Greta sagen, ohne als Leugner des Klimawandels abgestempelt zu werden.

In der Welt (hinter Bezahlschranke) schrieb der frühere AfD-Chef Bernd Lucke einen Gastbeitrag zu Meinungsfreiheit und politischer Rhetorik. Darin kritisiert er unter anderem, dass er an der Universität Hamburg bei seiner ersten Vorlesung nach seiner Beurlaubung am vergangenen Mittwoch von „einer Horde von Störern niedergeschrien“ wurde. Die Studierendenvertretung AStA der Uni Hamburg hatte zu Protesten gegen Lucke aufgerufen. Der AfD-Mitgründer wurde dabei unter anderem als „Nazi-Schwein“ beschimpft, körperlich bedrängt und am Reden gehindert.

Video: Erneut Vorlesung von AfD-Mitbegründer Lucke gestört

Bernd Lucke: „Wer Greta kritisiert, ist ein Klimaleugner“

Lucke beklagt einen Mechanismus, der die Positionen von politisch Andersdenkenden vergröbert und verzerrt wiedergebe, um sie nachhaltig zu diskreditieren: „Wer den Euro kritisiert, ist ein Antieuropäer, wer das Kopftuch verbieten will, ist ein Islamfeind.“ Und auch für Greta Thunberg findet Lucke einen derartigen Vergleich: „Wer Greta kritisiert, ein Klimaleugner“, so Lucke weiter. 

Die AStA der Uni Hamburg hatte sich gegen die Vorwürfe Luckes, die Vorfälle zu verklären, gewehrt. „Wenn jemand eine Täter-Opfer-Umkehr betreibt, dann ist es wohl der Gründer der größten rechtsradikalen Partei Deutschlands seit der NSDAP, wenn dieser sich in der Öffentlichkeit mit jüdischen Professor*innen und studentische Proteste mit Nazis vergleicht“, schrieb der Studierendenausschuss auf Twitter.

Zum UN-Klimagipfel, der am 23. September 2019 in New York stattfand, reiste Greta Thunberg mit einem Segelschiff an, statt zu fliegen. Mit an Bord: Skipper Boris Herrmann. Der Oldenburger begleitete die schwedische Klima-Aktivistin über den Atlantik in die USA. Womit Greta Thunberg den Profisegler auf ihrer gemeinsamen Reise überraschte, berichtet nordbuzz.de*. Auch eine „deutsche Greta“ sorgt für Schlagzeilen. Klima-Aktivistin Luisa Neubauer war bei Markus Lanz in der ZDF-Talkshow, in der er sie scharf kritisierte. 

Bernd Lucke wird bei „maischberger.die woche“ scharf kritisiert. Der AfD-Gründer will das nicht so stehen lassen.

Der Schrei nach weniger Plastik ist groß. Auch die großen Konzerne wollen etwas beitragen, wie beispielsweise McDonald‘s nun auf der Instagram-Seite bekannt gab. Ist Greta Thunberg dafür verantwortlich?

Greta Thunberg hat allerdings auch mit massiver Kritik zu kämpfen und damit, dass immer mehr Leute vorgeben, sie zu sein.

*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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