Bescheidenes Programm: Ab Montag besucht der Dalai Lama wieder Hessen

Wiesbaden. Am Montag kommt das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, wieder nach Hessen. Und er weiß sich hierzulande willkommen.

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Über 20.000 Menschen kamen 2005 in den Wiesbadener Kurpark, über 13.000 waren es 2007 im Hessenpark und mehr als 50.000 lauschten dem Friedensnobelpreisträger von 1989 vor zwei Jahren in der Frankfurter Commerzbank Arena.

Doch diesmal wird es anders sein, es gibt keine große öffentliche Veranstaltung. Eingeladen haben den Mönch Ministerpräsident Volker Bouffier und Landtagpräsident Norbert Kartmnann (beide CDU), die damit eine Tradition fortsetzen. Mitte der 1990er-Jahre hatte der damalige, noch weitgehend unbekannte Oppositionspolitiker Roland Koch es geschafft, dem Tibeter bei Ministerpräsident Hans Eichel (SPD) eine Einladung zu verschaffen. Am 3. Mai 1995 hielt der Dalai Lama im Hessischen Landtag eine Rede, die seinerzeit viele Menschen beindruckte.

Auch am Dienstag wird er wieder im Landtag reden, allerdings vor der Plenarsitzung, also nicht im Parlament. Seine politische Führerschaft hat der 76-Jährige in diesem Jahr abgegeben. Offenkundig will man auch die ohnehin schon beim Landtag vorstellig gewordenen Chinesen nicht zusätzlich verärgern. Dass die es höchst ungern sehen, wenn ihr Staatsfeind hier bejubelt wird, stört die Hessen ansonsten eher wenig.

Das Programm für den Mann, der gerade erst mehrere Tage in Estland zu Gast war und nun mit einigen wenigen Begleitern nach Hessen kommt, ist in der nächsten Woche zur Enttäuschung vieler seiner Fans vergleichsweise bescheiden: Ein Besuch des Klosters in Seligenstadt, wo er mit rund 20 Gästen auch essen wird, eine Diskussion mit Studierenden in Frankfurt, die rede im Landtag und der Besuch einer Behinderteneinrichtung in Friedberg sind geplant. Irgendwann wird natürlich auch Roland Koch dabei sein, der ja auch kein Politiker mehr ist.

Alles sehr im Rahmen, keine große Sause, hört man in der Staatskanzlei. Nicht einmal Wein wird dem Vernehmen nach serviert, denn da der Dalai Lama keinen Alkohol trink, richten sich auch alle anderen danach. Die Kosten sollen sehr überschaubar sein, da reisten andere mit weit aus größerem Gefolge an. Außerdem habe es auch immer etwas Frieden stiftendes, Gastgeber zu sein. Leise Kritik, so sie denn jemandem auf der Zunge liegt, wird deshalb in det Regel verschluckt.

Einen weiteren Empfang in Wiesbaden richten die „Freunde für einen Freund“ aus, eine private Initiative, die ihm seit Jahren zugetan ist.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

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