Bestseller – von der Bibel bis Harry Potter

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Bestseller gibt es in verschiedenen Kategorien von Belletristik über Krimis bis hin zu Sachbüchern und Ratgebern.

„Harry Potter“, „Die Bibel“ und Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ haben eins gemeinsam: Sie alle sind Bestseller, die bis heute ihre Leser finden – ob als Hardcover, Taschenbuch oder eBook. Doch wie schaffen es Bücher auf eine Bestseller-Liste und wie wirkt sich dies auf ihre Verbreitung aus?

Bestseller ist nicht gleich Bestseller

Als Goethe „Die Leiden des jungen Werthers“ schrieb, konnte er noch nicht ahnen, dass sein Werk aus dem Jahr 1774 zum ersten deutschen Bestseller wird. Die Fortschritte in der Drucktechnologie machten es ab Ende des 18. Jahrhundert möglich, Massenauflagen zu drucken. Günstige Ausgaben von Goethe, Schiller oder Lessing waren so bereits in weiten Teilen der Bevölkerung verbreitet.

Bis heute ist jedes Buch, das sich in kurzer Zeit überdurchschnittlich gut verkauft, ein sogenannter Bestseller. Um den Verkauf von Büchern zu vergleichen, erheben Branchenmagazine oder Marktforschungsinstitute Absatzdaten im Buchhandel und werten diese aus. So lassen sich Bücher nach den Verkaufszahlen und dem Zeitraum des Umsatzes wie folgt einordnen:

  • Bestseller erzielen einen hervorragenden Umsatz innerhalb einer bestimmten Messzeit (Woche, Monat, Jahr). Dies sind meist Neuerscheinungen zu aktuellen Themen, oft von bekannten Autoren.
  • Longseller verkaufen sich gut über einen längeren Zeitraum. Dabei handelt es sich meist um Klassiker, Nachschlagewerke, Lehrbücher.
  • Steadyseller erbringen gute Umsätze innerhalb von mindestens zwei Messzeiten wie Lexika, Zeitschriften-Abos, wissenschaftliche Periodika.
  • Mit Worst Sellern kann während der Umsatzzeit nur geringer oder fast gar keinen Umsatz gemacht werden. Dazu gehören oft Bücher unbekannter Autoren sowie sperrige und erklärungsbedürftige Titel.

Die meistverkauften Bücher

Zu den meistverkauften Büchern aller Zeiten gehören vor allem ideologische Werke. Die Bibel steht mit zwei bis drei Milliarden verkaufter Exemplare ganz vorne. In der Liste der Longseller folgt auf das „Buch der Bücher“ die Zitatensammlung von Mao Zedong, die sogenannte Mao-Bibel – weltweit gingen rund eine Milliarde Bücher über den Ladentisch. Den dritten Platz nimmt das „Manifest der Kommunistischen Partei“ von Karl Marx und Friedrich Engels aus dem Jahr 1848 ein. Mehr als 500 Millionen Exemplare wurden bisher davon verkauft.

Die „Perry Rhodan“-Reihe führt die Liste der erfolgreichsten Buchreihen an. Die deutsche Science-Fiction-Serie, die seit 1961 ununterbrochen wöchentlich erscheint, verkaufte sich seit 1961 mehr als eine Milliarde Mal. Die sieben Bände um den Zauberschüler Harry Potter folgt auf dem zweiten Platz mit 500 Millionen verkauften Büchern.

Bestseller-Listen

Die meistverkauften Bücher werden anhand der Absatzzahlen in sogenannten Bestseller-Listen aufgeführt. Leser orientieren sich daran, was andere kaufen und was auf dem Buchmarkt angesagt ist. Seit 1961 veröffentlicht das Magazin Der Spiegel seine Bestseller-Liste, die zu den bekanntesten und marktbestimmenden Listen gehört.

Dafür ermittelt das Branchenmagazin Buchreport jede Woche die Verkaufszahlen von mehr als 400 lokalen Buchhandlungen in Deutschland. Die Daten werden in den Kategorien Hardcover und Taschenbuch, Sachbuch und Belletristik erhoben. Aus den Verkäufen jedes Titels ergibt sich die Reihenfolge in der Bestseller-Liste. Die Bestseller-Listen liegen in den Buchhandlungen aus. Im Internet können zum Beispiel diese Bestseller bei Pageplace, einem digitalen Kiosk, als eBooks erworben werden.

Ob ein Buch zum Bestseller wird, hängt nicht nur von der literarischen Qualität des Buchs ab. In der Regel spielt die Öffentlichkeitsarbeit des Verlags mit einer breit angelegten Werbung für das Buch eine entscheidende Rolle. Hatte ein Autor bereits einen Bestseller, kann auch er durch Auftritte im Fernsehen, durch Zeitungsinterviews oder auf Internetplattformen den Verkauf des neuen Buchs fördern. Besprechungen von Kritikern und Mundpropaganda tragen ebenfalls dazu, dass ein Buch überhaupt in die Bestseller gelangt oder hier einen Spitzenplatz einnimmt.

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