Im Kreis Verden wird diese Woche Deutschlands erstes Wolfcenter eröffnet

Zu Besuch bei den Isegrims

Faszination Wolf: In dem neuen Center können die Besucher das Verhalten der Tiere aus nächster Nähe studieren. Unser Archivbild zeigt Wölfe im Tierpark Sababurg. Archivfoto: dpa

DÖRVERDEN. Deutschlands erstes Wolfcenter eröffnet am 28. April im niedersächsischen Dörverden bei Bremen. Als Vorhut sind bereits vier europäische Grauwölfe in ein 11 000 Quadratmeter großes Gehege eingezogen - drei Rüden und eine Fähe. Sie kommen nach Angaben des Betreiber-Ehepaars Frank und Christina Faß aus dem Kieler Institut für Haustierkunde. Das Center sei mehr als ein Zoo, betonte Frank Faß: „Wir möchten aufklären und deutlich machen, wie ein Wolf tickt.“

Die Tiere seien in Gefangenschaft geboren und sollten helfen, die etwa in der Lausitz wild lebenden Verwandten besser zu verstehen, erläuterte Faß. Der Tierfreund und Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik will mit Vorurteilen aufräumen. Viele Menschen begegneten Wölfen mit Angst.

„Wenn viele Menschen das Geheul anstimmen, gelingt es manchmal, die Tiere zum Mitheulen zu bewegen.“

Frank Fass

Doch freilebende Tiere seien nicht an Menschen interessiert. „Im Gegenteil: Sie würden von sich aus Abstand halten.“

Die insgesamt 5,2 Hektar große Anlage besteht unter anderem aus zwei Gehegen mit jeweils einer Beobachtungsplattform sowie zwei zusätzlichen Arealen für Waldschafe und Zwergziegen. Das zweite Gehege soll Mitte Mai von Welpen bezogen werden, die aus einem Tierpark stammen und dann vom „Wolfcenter“-Team großgezogen werden.

Täglich soll es Schaufütterungen und Vorträge geben. In einem Tipidorf können Interessierte in Blickweite einen „Abend unter Wölfen“ buchen. Zu dem Millionenprojekt nahe der Bundesstraße 215 in Dörverden-Barme zählt ein Gebäude, in dem neben einem Restaurant auch Seminarräume und eine Dauerausstellung eingerichtet werden.

Einmal täglich sollen Besucher zusammen mit den Wölfen heulen können. Sie heulten nicht nur, um sich auf die Jagd einzustimmen oder ihr Revier zu verteidigen, sondern auch aus Geselligkeit, erläuterte Faß. „Wenn viele Menschen das Geheul anstimmen, gelingt es manchmal, die Tiere zum Mitheulen zu bewegen. Das ist sehr bewegend.“ (epd)

Informationen im Internet unter www.wolfcenter.de

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