Mehr als 200 Fälle nach Konto-Daten-Ausspähen im Gallus-Park-Edeka

Betrüger bauten Geräte ein

Göttingen. Die Zahl der Geschädigten, denen von Betrügern vorwiegend aus Mexiko und den USA mittels EC-Kartenduplikate Bargeld von Konten abgehoben wurde, steigt. Mehr als 200 Fälle waren der Polizei in Göttingen bis Mittwochmittag angezeigt worden. Es sei aber zu befürchten, dass weitere Fälle hinzukommen, sagte die Sprecherin der Göttinger Polizei Jasmin Kaatz. Die genaue Schadenssumme ist noch unbekannt, geht aber in die Hunderttausende.

Zuvor hatten Betrüger im Edeka-Markt im Gallus-Park an der Weender Landstraße die Kartendaten mittels manipulierter Lesegeräte ab Anfang Oktober ausgespäht.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich um Täter handelt, die gezielt vorgehen und durch die Lande ziehen.

Die Einbrüche im GallusPark könnten laut Kaatz im Zusammenhang mit dem Einbruch und der Installation von manipulierten Geräten in einem Edeka-Markt in Kassel-Lindenberg stehen. Dort wurden vermutlich von Ende September bis Anfang November EC-Kartendaten ausgespäht, wie die Polizei Kassel gestern meldete. Dort haben sich zwei Dutzend Kunden gemeldet, von deren Konten mit nachgefertigten Karten Geld im Ausland abgehoben worden war.

Diesen Machenschaften stehen Kunden fast machtlos gegenüber: Man könne sich kaum vor dem Missbrauch schützen, wie Kaatz sagt. Die manipulierten Lesegeräte seien nicht zu erkennen. Sensibel sollten Geschäftsinhaber sein, häufiger die Geräte prüfen und nach Einbrüchen die Geräte wechseln. „Als Kunde kann man häufiger bar bezahlen“, rät Jasmin Kaatz.

Im Edeka-Markt im Gallus-Park sind am Montag neue Lesegeräte eingebaut worden, wie der Betreiber Johann-Karl Bockers auf Anfrage mitteilte. Zuvor bereits hatte die Sparkasse Göttingen „außergewöhnliche Kontoabbuchungen aus Mexiko und den USA“ registriert, wie Sprecher Michael Rappe sagte.

Nach Gesprächen mit Kunden habe man bereits am Montagmittag Auslandstransaktionen von Sparkassenkunden gesperrt, die im Gallus-Park in der Zeit von Anfang Oktober bis zum 6. November eingekauft und per EC-Karte bezahlt hatten.

Betroffene Sparkassenkunden, bei denen die Betrüger EC-Karten-Kopien angefertigt und Geld abgebucht hatten, erhalten neue EC-Karten und Pin-Nummern.

Kunden erhalten Geld zurück

Bei der Volksbank waren am Mittwoch etwa 30 Geschädigte bekannt. Der Schaden beläuft sich auf etwa 10 000 Euro, wie Sprecher Lutz Kinateder gegenüber unserer Zeitung sagte. Auch bei der Volksbank wurden die betroffenen Konten für Auslandstransaktionen gesperrt.

Die gute Nachricht: Beide Institute ersetzen den Kunden den Geldbetrag, wenn die Betroffenen Anzeige erstatten. Die Sparkasse übernimmt auch das auch im Auftrag ihrer Kunden – nach deren Einwilligung.

Von Thomas Kopietz

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