7500 Euro Schadenersatz wegen Vertrags mit windigem Geschäftsmann - Fun-Arena wurde nie geliefert

Betrugsaffäre: Gemeindechef muss zahlen

Wieda/Göttingen. Die Affäre um einen Großbetrüger, der zahlreiche Kommunen in Deutschland um über sechs Millionen Euro geschädigt hat, hat jetzt auch für den Gemeindedirektor der Gemeinde Wieda (Kreis Osterode), Frank Uhlenhaut, ein finanzielles Nachspiel. Der ehrenamtliche Gemeindedirektor muss der Südharzer Kommune 7500 Euro Schadensersatz zahlen.

Das ist das Ergebnis eines Rechtsstreits vor dem Verwaltungsgericht Göttingen. Das Gericht hatte einen entsprechenden Vergleich vorgeschlagen, den die beiden Parteien zunächst auf Widerruf schlossen. Inzwischen ist die Frist abgelaufen, ohne dass eine der beiden Seiten Widerspruch eingelegt hat. Damit ist der Vergleich rechtskräftig.

Die Gemeinde Wieda hatte von dem Gemeindedirektor ursprünglich 75 000 Euro Schadensersatz gefordert (die HNA berichtete). Sie warf ihm Verletzung seiner Dienstpflichten vor, weil er vor einigen Jahren einen Vertrag über eine so genannte Fun-Arena vor der Unterzeichnung nicht sorgfältig genug geprüft und fälschlicherweise eine Abnahmebescheinigung für die Lieferung der Anlage unterzeichnet habe.

Tatsächlich wurde die Fun-Arena nie geliefert. Stattdessen stellte sich heraus, dass der vermeintliche Betreiber pleite war und zudem ein betrügerisches Schneeballsystem betrieben hatte. Er windige Geschäftsmann wurde inzwischen zu über sechs Jahren Haft verurteilt.

Der Geschäftsmann hatte der Gemeinde vorgegaukelt, dass ihr durch den Erwerb der 180 000 Euro teuren Fun-Arena keine Kosten entstehen würden. Tatsächlich entstand der Kommune jedoch ein beträchtlicher Schaden.

Der Betrüger hatte die Leasingfinanzierung so gestaltet, dass die Gemeinde auf den monatlichen Raten sitzen blieb, obwohl die Anlage nie geliefert wurde. (pid)

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