Niebel hält an E10-Verkaufsstopp fest

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Dirk Niebel.

Berlin - Trotz Kritik an seiner Forderung: Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hält an seiner Forderung nach einem vorläufigen Verkaufsstopp für Biosprit E10 fest. Er denkt dabei an die Ärmsten.

Gerade die hätten nämlich angesichts exorbitanter Preissteigerungen keine Möglichkeit, sich Lebensmittel zu kaufen, sagte Niebel am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Unsere Aufgabe muss es sein, dass die nächste Trockenheit nicht wieder zu einer Hungerkatastrophe führt.“

Dazu gehöre, „dafür zu sorgen, dass die essbaren Bestandteile von Pflanzen “nicht für die Spriterzeugung herangezogen werden„. Vielmehr müssten “clevere Methoden„ gefunden werden, auch Biomasse für die Energieversorgung zu nutzen. Das Ziel laute: “Die Frucht für die Ernährung, die Reststoffe für die Energieversorgung".

Der Minister sieht Deutschland bei der Suche nach innovativen Lösungen in einer Vorreiterrolle. Deutschland sei eine Nation, “auf die geachtet wird".

Biokraftstoffindustrie warf Niebel fehlende Sachkenntnis vor

Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) warf Niebel unterdessen fehlende Sachkenntnis vor. Bei der Ethanolproduktion werde etwa ein Drittel der Getreidefrucht zu Tierfuttermittel verarbeitet und diene damit direkt der Nahrungsmittelerzeugung. Mangels fachlicher Grundlage sei Niebels Forderung nichts als ein Profilierungsversuch, sagte Verbandsgeschäftsführer Elmar Baumann.

Am Wochenende hatte auch Greenpeace einen sofortigen E10-Stopp gefordert. Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter erklärte: „Angesichts der weltweiten Getreideknappheit macht so ein Schritt Sinn.“ Hofstetter betonte, in Deutschland werde jährlich aus etwa 1,5 Millionen Tonnen Getreide Ethanol hergestellt. Zusätzlich importiere Deutschland rund die Hälfte des eingesetzten Ethanols aus dem Ausland. „Insofern entlastet tatsächlich ein E10-Verbot den Getreidemarkt“, sagte Hofstetter.

dapd

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