Bischöfe zu Ostern: Leben und Tod gehören zusammen

Mainz/Limburg/Fulda. Zum Osterfest gehört nicht nur die Auferstehung Jesu, sondern auch sein Tod. Daran haben die Bischöfe im Land in ihren Predigten erinnert.

Die Bischöfe der großen Kirchen in Hessen haben zu Ostern daran erinnert, dass Leben und Tod zusammengehören.

Die Rede von der Auferstehung habe nur einen Sinn, wenn Leben und Tod miteinander in aller Offenheit und Ehrlichkeit konfrontiert würden, sagte der Mainzer Kardinal Karl Lehmann am Sonntag in seiner Osterpredigt in Mainz laut vorab verbreiteter Mitteilung. „Der Tod ist immer noch das Ereignis in unserem Leben, an dem wir uns - im Bild gesprochen - regelrecht die Zähne ausbeißen.“

Mancher müsse viel Leid ertragen. „Man denke nur an chronische Krankheiten, an die Erfahrung unübersteigbarer Grenzen auch unter uns Menschen, an den erschreckenden Unfrieden in unserer Welt“, sagte er im Mainzer Dom. „Wir dürfen jedoch nie vergessen, was uns dazu Dietrich Bonhoeffer sagt: „Die Nacht ist noch nicht vorüber, aber es tagt schon."“ Die Bewährung im Alltag mache das christliche Leben mit Christus aus, sagte der Kardinal.

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst rief dazu auf, den Tod nicht aus dem Leben zu verbannen. „Wachsam für wirkliches Leben wird nur, wer vor dem Tod nicht davonläuft“, sagte er in Limburg laut Mitteilung. „Wer in Jesus nicht den Auferstandenen sieht, kann im Tod auch nicht das verborgene Leben erahnen.“ Er sprach sich gegen Abtreibung und Sterbehilfe aus. Der Versuchung, das Leben am Anfang und am Ende zu manipulieren, indem Menschen sich die Entscheidung vorbehalten wollen, wann zu leben und wann zu sterben ist, stehe Jesus gegenüber, betonte er.

Den „Kampf gegen jede Todesproduktion“ stellte derFuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen in den Mittelpunkt seiner Osterpredigt. Weil Gott in der Auferstehung Jesu eine Kultur des Lebens begründet habe, könnten die Menschen den Kampf aufnehmen gegen milliardenschwere Rüstungsproduktion, gegen den Hunger der Armen und die Tötung des ungeborenen Lebens, sagte er laut Mitteilung im Fuldaer Dom. Der Osterglaube sei „der Sieg, der die Welt überwindet“. Nur wer Jesus als den Gekreuzigten suche, finde ihn auch als den Auferstandenen.

Bereits zu Karfreitag hatte der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, zu Gottvertrauen gerade in Krisenzeiten aufgerufen. Menschen könnten dann ihr Leben auch in Momenten meistern, „in denen sie sich von Gott verlassen fühlen“, sagte er in Frankfurt. Auch Bischof Martin Hein forderte, Sicherheitsdenken und Bequemlichkeit abzulegen. Von Christen werde Lebendigkeit, Klarheit, Wahrheit und Glauben erwartet, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) in Kassel in seiner Osterbotschaft. (dpa)

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