Immer mehr Blechlawinen: Staus in Hessen nehmen zu

Frankfurt. Die Blechlawinen auf den Straßen haben im ablaufenden Jahr deutlich zugenommen. Die Staulänge in Deutschland summierte sich 2011 auf bislang mehr als 450.000 Kilometer, teilte der ADAC am Donnerstag mit.

Das seien mindestens 50.000 Kilometer (plus 12 Prozent) mehr als im Vorjahr gewesen, ermittelte der Club nach Daten der Polizei, von Staumeldern und seiner Straßenwacht. „Dies entspricht einer Länge von einem Erdumfang plus der Entfernung zum Mond.“ Auch in Hessen ist die Zahl der Staus deutlich gestiegen: Zwischen Kassel und dem Odenwald nahm sie um fast zehn Prozent oder 1500 auf insgesamt 14.657 Staus zu.

Erfasst wurden 2011 demnach bundesweit rund 189 000 Staus, etwa 4000 mehr als im Jahr zuvor. Die meisten Staus gab es demnach im bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen mit 59 000, gefolgt von Berlin mit 30 000 und Bayern mit 26 000 Staus. Hessen liegt nach Baden-Württemberg auf Platz fünf des Ländervergleichs.

„Wir sind in Hessen ein Transitland mit großen Verbindungen zwischen Ost und West, Nord und Süd“, erklärte Alexander Möller vom ADAC Hessen-Thüringen. Routen wie die A3, die A5 und A7 seien deshalb für Staus anfällig. „Wir kriegen es eigentlich immer ab, wenn zum Beispiel Ferien sind“, sagte Möller. Auch der Frankfurter Raum sei nicht selten wegen des hohen Verkehrsaufkommens betroffen.

ADAC-Präsident Meyer forderte von der Bundesregierung, bei Ausbau und Unterhalt von Straßen den Blick wieder stärker nach Westen zu richten. „Die Politik hat sich in der Vergangenheit vor allem auf den Aufbau Ost konzentriert. Jetzt müssen wir prüfen, welche Autobahnen im Westen dringend ausgebaut werden müssen“, sagte Meyer.

Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat bereits angekündigt, dass in der Investitionsplanung bis 2015 für die alten Länder künftig 83 statt 74 Prozent der Mittel vorgesehen sind. Es komme nicht auf die Himmelsrichtung, sondern den tatsächlichen Bedarf an. (dpa)

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