Gewitter und Orkanböen legen Bahn-Verkehr lahm – Rettungsdienste bundesweit im Einsatz

Blitz und Donner vertreiben die Hitze, sorgen aber für große Schäden

Gewitter im Hochsommer: Unwetter wie hier in Brandenburg sorgen für Abkühlung. Die Hitzewelle ist erst einmal vorbei. In den nächsten Tagen herrschen in Deutschland mildere Temperaturen. Foto: dpa

Mit der großen Hitze ist es erst einmal vorbei. Durch Gewitter, Starkregen und Orkanböen entstanden in Deutschland erhebliche Schäden, die jetzt bewältigt werden müssen. Dazu Fragen und Antworten:

Welche Regionen traf es besonders schwer?

Von den Gewitterfronten waren besonders Mittel- und Südhessen sowie Brandenburg betroffen. Die heftigen Unwetter sorgten dafür, dass Bäume entwurzelt wurden, Keller unter Wasser standen und Dächer abgedeckt wurden. Bundesweit rückten Feuerwehr und Polizei zu Hunderten von Einsätzen aus. Durch die Auswirkungen der Unwetter waren der Bahn- und Flugverkehr beeinträchtigt. Für Mittwochabend hatten Meteorologen vor Unwettern im nördlichen Niedersachsen und Süddeutschland gewarnt.

Wer war von den Unwettern betroffen?

Unter den schweren Unwettern litten etwa 100 000 Bahnreisende. Nach Angaben der Deutschen Bahn waren am Dienstag 2400 Züge des Personen- und Güterverkehrs von den Auswirkungen betroffen. Durch Blitzeinschläge, heftige Sturmböen und entwurzelte Bäume kam es auf Bahnstrecken zu Behinderungen. Die Züge verspäteten sich oder kamen gar nicht erst an ihr Ziel. Davon waren auch Reisende auf den Strecken Hamburg-Berlin und Frankfurt-Köln betroffen. „Seit vielen Jahren hatte kein Unwetter solch derart gravierende Folgen für den Zugverkehr“, sagte Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn.

Können Bahn-Kunden mit Entschädigungen rechnen?

Nein. Wenn sich ein Zug wegen eines Unwetters verspätet oder ausfällt, erhalten die Bahnkunden keine Entschädigung. Ein Unwetter wie das vom Dienstag sei höhere Gewalt, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Die Fahrgastrechte bei Verspätungen griffen in diesem Fall nicht. Normalerweise erstattet die Bahn bei mehr als einer Stunde Verspätung 25 Prozent des Ticketpreises und bei mehr als zwei Stunden 50 Prozent.

Was sollte man bei Unwetterschäden beachten?

Starker Regen, Wind und Hagel können große Schäden am Haus oder Auto anrichten. Betroffene sollten die Schäden dokumentieren, bevor sie mit dem Aufräumen beginnen. Beschädigte Gegenstände sollten zum Schadensnachweis aufgehoben werden. Wenn das nicht möglich ist, sollen die Schäden fotografiert oder gefilmt werden. Der Verbraucherschutz Hessen weist daraufhin, dass Schäden der Versicherung umgehend gemeldet werden müssen.

Wie entstehen die Sommer-Gewitter?

Je größer die Hitze am Boden ist, desto heftiger sind die Sommergewitter. Ursache für diese meist örtlich begrenzte Erscheinung ist feuchte Luft am Boden, die durch die Sonne erhitzt wird. Die Luft steigt nach oben und bildet in oft mehr als zehn Kilometern Höhe eine Gewitterwolke. Entladen sich die elektronischen Spannungen mit Blitz und Donner, wird es oft innerhalb kurzer Zeit sehr windig. Einzelne Sturmböen können orkanartige Stärken mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 102 Kilometern pro Stunde erreichen.

Wie ist das Wetter in den Urlaubsländern?

Vor Unwettern müssen sich die Urlauber in beliebten Reiseregionen derzeit nicht fürchten. In den nächsten Tagen ist es in Skandinavien knapp über 20 Grad warm, bei geringer Regenwahrscheinlichkeit. In den Regionen am Mittelmeer scheint durchweg die Sonne bei über 30 Grad.

Geht es in den nächsten Tagen so weiter?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) teilte mit, dass am Donnerstag nur im Süden und Osten Deutschlands Gewitter möglich seien. „Für den Westen können wir dann schon mal Entwarnung geben“, sagte DWD-Meteorologe Christian Herold. Am Freitag sei es dann in ganz Deutschland mit den Gewittern vorbei. (mko/dpa)


Verhaltenstipps: Was tun bei Gewitter?


Verhaltenstipps: Was tun bei Gewitter? Hitzegewitter im Sommer setzen plötzlich ein und sind daher besonders gefährlich. Bei gutem Wetter verbringen viele Menschen die Zeit lieber am Badesee als in den eigenen vier Wänden. Aber egal ob man sich in der freien Natur oder Zuhause bei einem Unwetter befindet, auf das richtige Verhalten kommt es an.

Zuhause

Wer während eines Gewitters Zuhause ist, sollte Geräte wie Fernseher und Hifi-Anlagen vom Netz nehmen. Denn ein Blitzeinschlag könnte zu Überspannungsschäden führen. Experten empfehlen die Anschaffung einer Steckerleiste mit Überspannungsschutz. Eine billigere Variante ist es, bei elektrischen Geräten den Stecker einfach aus der Steckdose zu ziehen. Allerdings sollten neben dem Netzstecker auch die Antennen- und Kabelverbindungen herausgezogen werden. Blitzableiter schützen vor einem Brand, allerdings nicht vor Überspannung. Auf jeden Fall sollten Fenster geschlossen werden. Wer eine Markise hat, sollte diese einziehen.

In der freien Natur 

Sobald Donner zu hören ist, sollte Schutz gesucht werden. Gefährliche Punkte wie allein stehende Bäume, Metallzäune oder Anhöhen sollten gemieden werden. Baden ist bei Gewitter lebensgefährlich, das Wasser sollte sofort verlassen werden. Es empfiehlt sich, Mulden oder Gruben aufzusuchen, sich darin möglichst hinzuhocken. Der Blitz breitet sich an der Einschlagstelle nach allen Richtungen im Boden aus. Je weiter die Füße auseinander sind, desto höher ist die Gefahr, dass Blitzströme durch den Körper treiben.

Im Auto 

Einen sicheren Schutz bei Gewittern bieten Fahrzeuge mit Metall-Karosserie. Dagegen schützen Wohnwagen aus Kunststoff ebenso wenig wie offene Cabriolets. Autofahrern macht bei Unwetter besonders der einsetzende Sturzregen zu schaffen. Sobald die Scheibenwischer auf höchster Stufe keine freie Sicht mehr ermöglichen, sollte die Fahrt unterbrochen werden. Wenn sich zu viel Wasser auf der Straße staut, dann kann sich ein Keil zwischen Reifen und Fahrbahn bilden und es droht Aquaplaning.

Auf dem Fahrrad 

Radfahren ist bei Gewitter ebenfalls gefährlich. Radler sollten bei Blitz und Donner von ihrem Rad absteigen und sich ein gutes Stück von diesem entfernen. Denn wie in alle anderen Gegenstände aus Metall kann auch in Fahrräder der Blitz einschlagen. Sobald der Radler auf Distanz ist, sollte er in die Hocke gehen, um nicht zur Zielscheibe für Blitze zu werden. Außerdem sollte Abstand zu Bäumen gehalten werden. (mko/dpa)


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