Blitzeinschläge und Überflutungen - Unwetter tobt im Nordwesten

Bremen. Reißende Fluten auf den Straßen, brennende Häuser, Blitzeinschläge und voll gelaufene Keller: Ein Unwetter hat im Nordwesten kräftig gewütet.

Polizei und Feuerwehr mussten in der Nacht zu Donnerstag viele Male ausrücken. „Im gesamten Gebiet ging quasi die Welt unter“, sagte Britta Breuers von der Polizeidirektion in Oldenburg. In Bremen, den Kreisen Stade, Osterholz, Wesermarsch, Cuxhaven, Lüneburg und im Heidekreis brannten mehrere Gebäude, nachdem der Blitz eingeschlagen war.

Fast 100 Einsätze hielten Feuerwehr und Polizei in Bremen in Atem. „Die Einsatzkräfte mussten Keller leer pumpen, Äste von Straßen holen und überschwemmte Straßen sperren“, sagte Polizeisprecher Dirk Siemering. Innerhalb kurzer Zeit fielen nach Angaben des Bremer Wasserversorgers mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter. In einem Monat sind durchschnittlich 60 Liter pro Quadratmeter normal.

Im Norden der Hansestadt sprengte ein Blitz den Schornstein eines Hauses. Bei einem anderen ging der Dachstuhl in Flammen auf. Es entstanden 250 000 Euro Schaden. Im Kreis Lüneburg brannte in Lüdersburg auf einem Bauernhof eine Halle, in der Anhänger, ein Mähdrescher und andere Maschinen untergebracht waren. Die Polizei schätzt den Schaden auf 700 000 Euro. Auch in Stade, Buxtehude und Ovelgönne gingen Häuser in Flammen auf. Verletzte gab es aber keine. Die Feuerwehr, die mit bis zu 80 Mann rausfuhr, konnte verhindern, dass die Häuser vollständig zerstört wurden.

Besonders stark von dem heftigen Regen war der Kreis Wesermarsch betroffen. In Brake und Elsfleth überschwemmte er zahlreiche Straßen. In einer Unterführung stand das Wasser hüfthoch, zehn Autos saßen fest. „Auch bei der Wasserschutzpolizei lief der Keller voll“, sagte Polizeisprecherin Birte Heimberg. Ähnlich sah es in den Kreisen Cloppenburg und Osterholz aus. Bei den Rettungskräften gingen die ganze Nacht Notrufe ein. „Da war schon etwas mehr los“, sagte Polizeisprecherin Anika Wrede. „Polizei und Feuerwehr hatten außergewöhnlich viel zu tun.“ (lni)

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