Hoffnung auf späte Versöhnung

Blüm wartet seit Jahren auf Anruf von Kohl

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Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und der damalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm.

Köln - Der frühere Vertraute von Helmut Kohl, Norbert Blüm wartet nach dem Zerwürfnis wegen der Parteispendenaffäre seit Jahren auf einen Anruf des Altkanzlers und eine späte Versöhnung.

Der langjährige Arbeitsminister im Kabinett Kohl sagte am Dienstag im Deutschlandfunk, den letzten persönlichen Kontakt zu Kohl habe er an jenem Tag gehabt, als das CDU-Präsidium die Entscheidung getroffen habe, dass der Altkanzler den CDU-Ehrenvorsitz ruhen lassen sollte.

Das war vor rund zwölf Jahren, am 18. Januar 2000. Kohl legte den Ehrenvorsitz damals nieder. Vor 30 Jahren, am 1. Oktober 1982, wurde Kohl zum Kanzler gewählt.

Das war die Ära Helmut Kohl

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Blüm sagte, nach der Entscheidung im Präsidium habe er abends noch versucht, mit Kohl zu reden. „An der Entscheidung habe ich ja teilgenommen. Auf den Rückruf warte ich bis heute, auf den zugesagten Rückruf.“ Blüm sprach von einem traurigen Kapitel, verteidigte aber die damalige Entscheidung. Vor dem Gesetz seien alle gleich, es gebe keine Ausnahmen, auch nicht für Kanzler. Kohl verweigert bis heute Angaben über Parteispenden in Millionenhöhe, obwohl er laut Gesetz dazu verpflichtet wäre und rechtfertigt das mit damit, dass er den Spendern sein Ehrenwort gegeben habe, deren Namen nicht zu nennen.

Blüm würdigte Kohl zugleich als einen herausragenden Staatsmann. Er habe „großen Respekt vor seiner Lebensleistung“ und blicke mit Hochachtung auf die 16 Jahre zurück, die er mit ihm in der Regierung verbracht habe. Blüm sagte rückblickend: „Das beste Jahr der Deutschen, das war 1990, deutsche Einheit. Und zwar nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger in der DDR, sondern für uns Wessis auch: Denn solange die Mauer stand, war Kriegsgefahr. Und daran mitgewirkt zu haben, das ist das große Verdienst von Helmut Kohl.“

dapd

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