BND-Affäre: Vieles spricht eben doch für Diskretion

Wie sagte Angela Merkel noch im Herbst 2013? „Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht." Damals stand der ungeheuerliche Verdacht im Raum, die US-Geheimen von der NSA hätten das Handy der Kanzlerin ausspioniert. Ein Kommentar von unserem Berliner Korrespondenten Stefan Vetter.

Seit Wochen machen nun Mutmaßungen von weit größerer Dimension die Runde: Demnach soll die NSA den BND auch für das Ausspionieren der deutschen Wirtschaft eingespannt haben. Doch Merkel und ihr Amt würden am liebsten schweigend darüber hinweggehen. Das aber geht nun überhaupt nicht.

Zweifellos ist Aufklärung in diesem Fall leichter gesagt als getan. Denn auf der fraglichen Liste mit den Suchbegriffen, die der Bundestag einsehen will, dürften auch wirklich gefährliche Personen zu finden sein, deren Bekanntmachung auch deutsche Sicherheitsinteressen berührt. Vor diesem Hintergrund ist es vernünftig, einen Ermittlungsbeauftragten zu benennen, der sich mit Vertrauenspersonen der Opposition ins Benehmen setzen müsste. Ansonsten könnte man die Liste gleich an die Wandzeitung hängen. Denn Diskretion ist nicht gerade die stärkste Seite des NSA-Untersuchungsausschusses.

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