Terror in Nigeria

Boko Haram greift Millionenstadt Maiduguri an

+
Nigerias Präsident Goodluck Jonathan besucht die Großstadt Maiduguri - ganz in der Nähe ermordete die Boko Haram etwa 15 Dorfbewohner.

Abuja - Die islamistische Terrororganisation Boko Haram hat einen Angriff auf die Millionenstadt Maiduguri im Nordosten Nigerias begonnen.

Neben der Hauptstadt des Bundesstaats Borno attackierten die Islamisten auch den Verkehrsknotenpunkt Monguno. Das teilte das nigerianische Verteidigungsministerium am Sonntag via Twitter mit.

Die Armee und die Luftwaffe seien dabei, die Terroristen zurückzuschlagen, hieß es. Über Maiduguri, wo rund 1,2 Millionen Menschen leben, wurde „bis auf weiteres“ eine Ausgangssperre verhängt.

Die nigerianische Zeitung „Premium Times“ berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass die Großstadt bereits seit Samstagabend von Hunderten Boko-Haram-Kämpfern unter Feuer genommen werde. Über der Stadt seien am Morgen Kampfflugzeuge und Hubschrauber des Militärs zu hören gewesen.

Ein Bewohner Maiduguris, Mamman Tijjani, sagte der Deutschen Presse-Agentur telefonisch, die Menschen blieben seit dem Morgengebet, als die Nachricht von dem Angriff bekannt wurde, alle in ihren Häusern. „Wir haben uns alle entschieden, drin zu bleiben“, sagte er. „Das heißt, wir überlassen die Straßen den Soldaten.“ Die meisten Geschäfte der Stadt blieben Medienberichten zufolge geschlossen.

Es gab zunächst keinerlei Informationen über mögliche Opferzahlen. Eine Einnahme der wichtigsten Stadt im Nordosten des Landes wäre ein Erfolg mit großer Symbolkraft für die Terrorgruppe, die in der Region einen sogenannten Gottesstaat mit strenger Auslegung des islamischen Rechts gründen will. Im vergangenen Jahr war ein Angriff der Boko Haram auf Maiduguri gescheitert.

US-Außenminister John Kerry sollte am späteren Sonntag in Lagos mit Präsident Goodluck Jonathan zusammentreffen. Kerry wollte während seines Kurzbesuchs auf möglichst gewaltfreie Wahlen drängen. Der Außenminister sollte auch Jonathans Herausforderer bei der Präsidentenwahl vom 14. Februar treffen, den früheren Militärmachthaber Muhammadu Buhari.

Die sunnitischen Fundamentalisten der Boko Haram hatten vor wenigen Wochen die Kleinstadt Baga angegriffen und im Rahmen einer Großoffensive in der Regionen Hunderte Menschen getötet und Zehntausende in die Flucht getrieben. Boko Haram terrorisiert seit Jahren den Nordosten Nigerias und angrenzende Gebiete. Schätzungen zufolge sind dabei seit 2009 mehr als 15.000 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als eine Million Menschen sind vor den Kämpfen in andere Landesteile oder Nachbarländer geflohen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.