10 Cent Rabatt: Bonus für die eigene Kaffeetasse

Sorgen für viel Müll: 2,6 Milliarden Einwegbecher werden pro Jahr verkauft. Fotos: dpa

Kassel/Wiesbaden. Das hessische Umweltministerium plant eine Initiative, um Müll von Einwegbechern zu reduzieren: Zehn Cent Rabatt soll es für alle geben, die Coffee to go aus Mehrfachbecher trinken.

Für viele ist es ein Ritual: Morgens auf dem Weg zur Arbeit noch schnell beim Bäcker einen Coffee to go mitnehmen. 15 Prozent des Kaffees wird in Deutschland „to go“ getrunken, schätzt der Deutsche Kaffeeverband. Die Folge: 2,6 Milliarden Becher, die deutschlandweit im Müll landen. Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) will dagegen vorgehen.

Priska Hinz

Sie möchte Kunden, die sich mit einem Mehrwegbecher einen Coffee to go holen, mit einem Preisnachlass von mindestens zehn Cent belohnen. Das ist der Kern ihrer jetzt ins Leben gerufenen Initiative „Becher Bonus“. Diese ging per Post kürzlich an Großbäckereien, Handelsketten, Raststätten und Verbände.

Tatsächlich ist der Ansatz nicht abwegig, wie Schätzungen des Deutschen Kaffeeverbandes andeuten. Denn nur ein Drittel der Kunden, die den Kaffee zum Mitnehmen bestellt, trinkt diesen, wie es der Name verspricht, auch im Gehen. Allerdings ist offen, ob die Unternehmen darauf anspringen. „Wir haben noch keine endgültige Meinung zu der Initiative“, sagt Julius Wagner, Hauptgeschäftsführer des hessischen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Bisher sei auch noch kein Gespräch mit der Ministerin geführt worden.

Die Initiative der grünen Ministerin muss einige Hürden überwinden: Da wäre zum einen das mögliche Problem der Hygiene: Kommt ein verunreinigter Mehrfachbecher an den „Abfüllstutzen“ einer Kaffeemaschine, könnte der nächste Kunde davon betroffen sein. Dann könnten Fragen der Haftung aufkommen. Das Umweltministerium sieht dieses Problem nicht. Nach Einschätzung ihres Hauses stünde aus lebensmittelhygienischen Gründen dem grundsätzlich nichts entgegen, heißt es in dem Schreiben von Hinz. Die Mitarbeiter könnten eine Sichtkontrolle bei den Bechern vornehmen und darauf achten, dass diese den Stutzen der Kaffeemaschine nicht berührten. Man prüfe das, sagt Wagner vom Dehoga. Der Deutsche Kaffeeverband warnte bereits vor einem Jahr vor einer möglichen Verkeimung der Maschinen.

Die Lösung für dieses Problem ist dabei denkbar simpel: Einige Cafés füllen für die Coffee to go-Fans mit Mehrwegbecher den Kaffee erst in eine Kanne und dann in den Mehrwegbecher. Folge: Kein Kontakt zwischen Maschine und Becher.

Es gibt aber weitere Probleme: Die Frage sei doch, ob der Nachlass von zehn Cent nicht den Wert des Einmalbechers übersteige, sagt Julius Wagner vom Dehoga. Kostet ein Einmalbecher im Einkauf weniger als zehn Cent, legt der Betreiber drauf.

Demnächst soll es nun zu Gesprächen mit der Ministerin kommen.

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