Auf Wahlkarten stand Max Mustermann

Nach Panne: Bouffier erneut zum Ministerpräsidenten von Hessen gewählt

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Volker Bouffier

Wiesbaden. Volker Bouffier ist erneut zum Ministerpräsidenten von Hessen gewählt worden. Der CDU-Politiker erhielt am Samstag in Wiesbaden 62 Ja-Stimmen der 109 anwesenden Abgeordneten. Das klappte allerding erst im zweiten Wahlgang.

Bouffier führt nun für die nächsten fünf Jahre die erste schwarz-grüne Koalition in einem Flächenland an. Der 62-Jährige ist seit dem Jahr 2010 Regierungschef in Hessen. Das Bündnis aus CDU und Grünen verfügt über 61 von den insgesamt 110 Stimmen im Landtag. Eine SPD-Abgeordnete war bei der konstituierende Sitzung des Landtags krank.

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Bouffier wurde erst im zweiten Wahlgang zum neuen Regierungschef gewählt, da es bei der Wahl eine peinliche Panne gegeben hatte: Die Abstimmung musste bei der konstituierenden Sitzung des Landtags am Samstag in Wiesbaden wiederholt werden, weil bei einem ersten Versuch zum Teil falsche Wahlkarten ausgegeben worden waren. Auf einigen Karten habe statt Volker Bouffier der Name Max Mustermann gestanden, sagte Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU). Kartmann erklärte den Wahlgang deshalb für ungültig und rief die Abgeordneten auf, ein zweites Mal über den Ministerpräsidenten abzustimmen. Mit 62 Ja-Stimmen bekam der Ministerpräsident auch eine Stimme aus dem Oppositionslager.

CDU und Grüne haben im Landtag eine klare Mehrheit von 61 der insgesamt 110 Sitze. Die beiden Parteien hatten sich Mitte Dezember auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Bouffier stand bislang an der Spitze einer CDU/FDP-Regierung, die bei der Landtagswahl im September keine Mehrheit mehr bekommen hatte. (dpa/afp)

Hessens „Max Mustermann“ bei Twitter der Renner

Hohn und Spott hat sich nach der Wahlpanne im Kurznachrichtendienst Twitter über Hessen ergossen. „Blamage“, „Peinlich“ und „Ganz großes Kino“ wurde dort geschrieben, nachdem die Wahl wiederholt werden musste: Bei der Abstimmung waren Stimmzettel mit der Aufschrift „Max Mustermann“ statt des Kandidatennamens aufgetaucht.

„Aber jetzt ist wenigstens klar, dass Max Mustermann nicht aus Musterhausen, sondern aus Hessen stammt“, twitterte der rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder. „Der Hessische Landtag hat mal wieder Geschichte geschrieben, aber nicht so wie erwartet“, lästerte der hessische SPD-Abgeordnete Timon Gremmels. „Max Mustermann for President“.

Daniel Schwerd von den Piraten schrieb auf Twitter: „Wir waren''s nicht mit Max Mustermann auf dem Stimmzettel. Wir hätten trotzdem nicht Bouffier gewählt.“ Auch von der Jungen Union kam Spott: „Gratulation an Max #Mustermann zur Wahl zum Ministerpräsidenten.“ (lhe)

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