Gegenseitige Beleidigungen

Britischer Botschafter legt nach heftigem Streit mit Trump Amt nieder

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Donald Trump teilt auch gegen Noch-Premierministerin Theresa May aus.

Nach Trumps Besuch in Europa hat der britische US-Botschafter ein außergewöhnliches Briefing verfasst. Dafür wird er von Trump heftig beleidigt und weniger später legte er sein Amt nieder.

Update vom 10. Juli 2019, 15.28 Uhr: Trotz der Rückendeckung durch seine Regierung ist der britische Botschafter in den USA nach seiner deutlichen Kritik an US-Präsident Donald Trump zurückgetreten. Die andauernde Kontroverse um seine Person mache es ihm „unmöglich, meine Rolle so auszufüllen, wie ich es mir wünschen würde“, erklärte Kim Darroch am Mittwoch in seinem Rücktrittsschreiben. Die scheidende britische Regierungschefin Theresa May bedauerte Darrochs Entscheidung.

Der Streit geht auf interne Vermerke Darrochs zurück, in denen er den US-Präsidenten unter anderem als „unsicher“ und „inkompetent“ kritisiert hatte. Trump reagierte verärgert, als die Vermerke vergangene Woche öffentlich wurden. Am Montag erklärte er, seine Regierung werde keinen Kontakt mehr mit Darroch unterhalten. Premierministerin May hatte sich hingegen hinter ihren Botschafter gestellt.

Trump-Streit: Britischen US-Botschafter von der Gästeliste gestrichen

Dennoch zog Darroch jetzt die Reißleine. Angesichts der Umstände sei „der verantwortungsvolle Weg, die Ernennung eines neuen Botschafters zu ermöglichen“. Seit der Veröffentlichung der Dokumente habe es „viele Spekulationen über meinen Posten und die Dauer meines Mandats“ gegeben, schrieb er an den Chef des diplomatischen Dienstes, Simon McDonald. „Ich möchte diese Spekulation beenden.“

Darroch gilt als einer der erfahrensten britischen Diplomaten. Seine Amtszeit wäre Ende des Jahres zu Ende gegangen. Im Zuge des Streits wurde er von einer Gästeliste für ein Abendessen am Montag gestrichen, an dem Trump teilnahm. Zudem verpasste er den Besuch des britischen Handelsministers Liam Fox bei der Präsidententochter und -beraterin Ivanka Trump.

Nach Streit mit Trump: Britischer Botschafter legt Amt nieder

Update vom 10. Juli 2019: Der britische Botschafter in den USA, Kim Darroch, hat sein Amt niedergelegt. Das teilte das Außenministerium in London am Mittwoch mit. Vorausgegangen war ein Streit zwischen London und Washington über durchgesickerte Botschafterdepeschen.

Donald Trump beleidigt britischen Botschafter: „Aufgeblasener Dummkopf“

Update vom 9. Juli 2019: US-Präsident Donald Trump hat seine Serie harscher Attacken auf die britische Premierministerin Theresa May und ihren Botschafter in den USA fortgesetzt. Im Kurzbotschaftendienst Twitter bezeichnete Trump den britischen Diplomaten Kim Darroch am Dienstag als "verrückten Botschafter" und als "sehr dummen Typen". Weiter schrieb der US-Präsident: "Ich kenne den Botschafter nicht, aber mir wurde gesagt, er sei ein aufgeblasener Dummkopf."

Mit Blick auf den deutlich verzögerten EU-Austritt schrieb Trump, er habe May gesagt, wie sie einen Deal mit der EU erreichen könne. "Aber sie ist ihren eigenen, törichten Weg gegangen - und war unfähig, es hinzukriegen. Ein Desaster!", schrieb Trump.

Offenbar in Anspielung auf Darrochs intern geäußerte, negative Einschätzung zu Trumps Regierung schrieb der US-Präsident: "Sagt ihm, die USA haben nun die beste Wirtschaft und das beste Militär auf der ganzen Welt, mit Abstand und sie werden nur größer, besser und stärker." Die Nachricht endete mit "Danke, Herr Präsident!", womit sich Trump offenbar selbst meinte.

Wegen Brexit: Trump teilt heftig gegen Premierministerin May aus

Update vom 8. Juli 2019: US-Präsident Donald Trump hat nach dem Bekanntwerden kritischer Memos des britischen Botschafters in Washington seine Missachtung für den Diplomaten ausgedrückt. „Wir werden uns nicht mehr mit ihm befassen“, schrieb Trump am Montag auf Twitter. Er kenne den Botschafter nicht, aber er sei nicht beliebt.

Trump verband seine Ankündigung am Montag mit scharfer Kritik am Brexit-Kurs der britischen Premierministerin Theresa May. Sie habe Chaos angerichtet, schrieb der Republikaner. „Ich habe ihr gesagt, wie man es machen sollte, aber sie hat sich entschieden, einen anderen Weg zu gehen.“ Die gute Nachricht für Großbritannien sei, dass das Land bald einen neuen Premierminister haben werde.

Botschafter mit höhnischer Tirade - jetzt reagiert Trump: „Sind keine großen Fans dieses Mannes“

US-Präsident Donald Trump hat nach dem Bekanntwerden geheimer Berichte über die Regierung in Washington dem britischen Botschafter in den USA, Kim Darroch, einen Fehltritt bescheinigt. „Der Botschafter hat dem Vereinigten Königreich nicht gut gedient“, sagte Trump am Sonntag vor Journalisten im Bundesstaat New Jersey. „Wir sind keine großen Fans dieses Mannes“, schob der US-Präsident hinterher.

Die britische Zeitung „Mail on Sunday“ hatte aus geheimen Memos des Botschafters zitiert. Darin wird die Regierung Trumps als „unfähig“ bezeichnet. Der US-Präsident strahle Unsicherheit aus und agiere ungeschickt, schrieb Darroch.

Währenddessen hat die Bundesregierung eine Forderung der USA zurückgewiesen. Man wolle keine Bodentruppen nach Syrien schicken.

Ursprungsmeldung: Botschafter verfasst nach Besuch höhnische Tirade gegen Trump

London/Washington - Historisch betrachtet verbinden die USA und Großbritannien besondere Bande - auch in den vergangenen Jahrzehnten waren die beiden Staaten stets enge Verbündete, auch bei militärischen Interventionen. Doch eine wenig schmeichelhafte Einschätzung eines ranghohen britischen Diplomaten über US-Präsident Donald Trump könnte nun für Verstimmungen sorgen. Ein durchgesickerter Vermerk des UK-Botschafters in den Vereinigten Staaten hat es in sich.

Der britische Botschafter in den USA hat US-Präsident Donald Trump und dessen Regierung einem Pressebericht zufolge in internen Mitteilungen als "inkompetent" und "einzigartig dysfunktional" bezeichnet. Wie die britische Zeitung Mail on Sunday berichtete, erklärte Botschafter Kim Darroch in geheimen Briefings an das Außenministerium in London, dass die Trump-Präsidentschaft "abstürzen" und "schmachvoll enden" werde.

Trump kassiert Botschafter-Schelte: Dysfunktional, unberechenbar, gespalten, plump, ungeschickt

"Wir gehen nicht wirklich davon aus, dass diese Regierung normaler wird; weniger dysfunktional; weniger unberechenbar; weniger gespalten; weniger diplomatisch plump und ungeschickt", schrieb Darroch demnach in einer Depesche.

US-Präsident Trump, der im vergangenen Monat von Königin Elizabeth II. empfangen worden war, wird dem Bericht zufolge als "unsicher" und "inkompetent" beschrieben. In einer Depesche im Anschluss an den umstrittenen Staatsbesuch in Großbritannien heißt es, Trumps Team sei "geblendet" von dem Besuch. Der Botschafter warnte demnach jedoch davor, dass Großbritannien nicht "die Blume des Monats" bleiben werde, weil "das immer noch das Land des America First" sei.

Trump unter Beschuss: Britisches Außenministerium bestreitet Botschafter-Vorwürfe nicht

Darroch gilt als einer der erfahrensten britischen Diplomaten und trat seinen Posten in Washington im Januar 2016 an. Bereits bei Trumps Aufenthalt in London wollen Beobachter einen Seitenhieb der Queen gegen den US-Präsidenten bemerkt haben.

Das britische Außenministerium stellte die Echtheit der Vermerke nicht in Frage. "Die britische Öffentlichkeit erwartet von unseren Botschaftern, dass sie Minister mit einer aufrichtigen, ungeschminkten Einschätzung der Politik in ihrem Land versorgen", sagte eine Ministeriumssprecherin. "Ihre Sichtweisen sind nicht notwendigerweise die Sichtweisen der Minister oder der Regierung", sagte sie und ergänzte: "Wir bezahlen sie dafür, dass sie ehrlich sind." Laut Mail on Sunday wurden die Depeschen vermutlich von einem Mitglied des britischen Beamtenapparats durchgestochen. 

Zuletzt war es Trumps Gattin Melania, die bei einem öffentlichen Auftritt für einen kleinen Eklat sorgte. Trump selbst hatte sich für den US-Nationalfeiertag am 4. Juli ein ungewöhnliches Prozedere ausgedacht - das auch auf Kritik stieß. Der US-Präsident befindet sich bereits mitten im Wahlkampf. Und spart dabei selbst nicht mit harten Worten gegen die Konkurrenz.

Das Ringen um die Nachfolge der zurückgetretenen Tory-Chefin Theresa May geht in die Zielgerade. Von den ursprünglich zehn Bewerbern sind nur noch zwei im Rennen. US-Präsident Trump droht dem Iran auf Twitter damit die „Sanktionen“ erheblich zu verschärfen. Iranische Schiffe sollen einen britischen Öltanker angegriffen haben. 

Boris Johnson könnte neuer britischer Premierminister werden und für den Brexit zuständig sein. Im Vereinigten Königreich ist er für einige Skandale bekannt.

Wer wird Theresa May als Großbritanniens Premierminister nachfolgen: Favorit Boris Johnson oder doch Jeremy Hunt? Am 23. Juli soll das Endergebnis der Tory-Briefwahl feststehen. 

AFP/fn/dpa

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