Brocken-Benno bestiegt zum 6666. Mal höchsten Berg Norddeutschlands

Schierke. Eine Hexe kam vom Brocken herunter, die andere vom Hexentanzplatz in Thale, in Schierke nahmen sie Brocken-Benno (alias Benno Schmidt) für einen einmaligen Rekord in ihre Mitte: Das Harzer Original bestieg am Dienstag den mit 1141 Metern höchsten Berg Norddeutschlands zum 6666. Mal.

Gleichzeitig feierte der einzige „6000er“ des Harzes seinen 80. Geburtstag.

Die gestrige Bestleistung wird der immer noch jugendlich verschmitzt wirkende Wernigeröder allerdings nicht in das Guiness-Buch der Rekorde eintragen lassen. „Da stand ich schon dreimal drin. Der Aufwand ist mir zu groß, jedes Mal den Antrag ins Englische übersetzen zu lassen.“

Dafür verband er die Rekordwanderung, die er zusammen mit über 300 Mitwanderern bewältigte, mit einem guten Zweck: Für den eigens nur für diesen Tag aufgelegten Brockenstempel ging jeweils ein Euro an den Verein für krebskranke Kinder im Harz. Außerdem stiftete er eine Granitbank, die zur Rast neben dem Gedenkstein „Brocken wieder frei“ einlädt.

www.brocken-benno.de

Treffpunkt zu der denkwürdigen Wanderung war vor dem Hotel Brockenscheideck in Schierke. „Los geht’s“, forderten zahlreichen Wanderer den von Kameramännern, Mikrofonen und Fotografen umlagerten Jubilar nicht nur einmal zum Startzeichen auf. Wanderer sind bekanntlich pünktliche Leute. Und es war schon längst über der Zeit. Deshalb marschierten sie dann schon einfach mal los und Benno bildete so den Abschluss, flankiert von seinen persönlichen Hexen, die es sich nicht nehmen ließen, ihm ein Küsschen links, ein Küsschen rechts zu geben, ja wenn die langen Hexennasen nicht im Wege gewesen wären...

Bärbel und Günter Heinze aus Gera nahmen die Verzögerungen gelassen hin. „Wir sind schon mehrmals mit Benno auf den Gipfel gewandert. Der ist ja soooo schnell…“, sagten sie voller Bewunderung für die Energie des 80-Jährigen.

Das nahezu tägliche Training zahlt sich aus und Benno sagt selbst, diese Besteigungen seien sein Gesundheitselixier. Erstmals war er am 3. Dezember 1989 auf dem Gipfel als Teilnehmer eines Sternmarsches des Neuen Forums. 28 Jahre lang hatte er davon geträumt, den Sehnsuchtsberg der Deutschen zu besteigen, wenn er aus dem Dachfenster seines Hauses in Wernigerode sah. Doch er lag in der Sperrzone des Eisernen Vorhangs. Niemand durfte hin. Mit dem Fall der Grenzen, war der Brocken wieder frei. Seitdem wandert er nahezu jeden Tag hinauf.

Dass ihn manche deshalb für verrückt halten, nimmt er auf seiner Webseite mit einem Zitat des Dichters Heinrich Heine (1797 bis 1856) selbstironisch auf die Schippe: „Es gibt keinen Verrückten, als dass er einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht.“ – Heine ist bekanntlich ebenfalls auf den Brocken hinaufgestiegen und hat in seiner „Harzreise“ darüber berichtet.

Von Hans-Peter Niesen

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