Eigentlich fordern sie Mindestlohn

Grüne suchen Mitarbeiter für vier Euro die Stunde

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Bärbel Höhn, NRW-Spitzenkandidatin der Grünen

Oberhausen - Die Grünen in NRW suchen einen Halbjahres-Praktikanten. Die Anforderungen sind enorm. Trotzdem soll er nur vier Euro die Stunde bekommen. Und das, obwohl die Partei einen Mindestlohn von 8,50 Euro fordert.

"Jede Menge verantwortungsvolle Arbeit" bietet der Kreisverband Oberhausen der Grünen in Nordrhein-Westfalen interessierten Studenten, die ein Praktikum im Bereich Presse- & Öffentlichkeitsarbeit absolvieren wollen. Zumindest bezeichnet die Partei die auf sechs Monate befristet Tätigkeit als Praktikum. Die Anforderungen an die Bewerber sind jedoch enorm - und das Aufgabenspektrum umfassend. Für die Position erwarten die Grünen "selbstständiges Arbeiten, Eigeninitiative, strategisches Denkvermögen und die Fähigkeit, Konzepte zu erarbeiten, mitzugestalten und umzusetzen." Auch die Bereitschaft, in den Abendstunden und an den Wochenenden zu arbeiten, sollte der Praktikant mitbringen, berichtet das Nachrichtenportal derwesten.de unter Berufung auf die Stellenausschreibung.

Konkret soll der oder die Freiwillige in den sechs Monaten vor dem Wahlkampf aushelfen. Zu den Aufgaben während dieser Zeit gehört das Führen von Interviews, die Unterstützung der Wahlkampfleitung und der Geschäftsführung bei der Vorbereitung und Durchführung der Onlinekommunikation und von Projekten sowie das Drehen von Videos. Vorausgesetz werden deshalb Erfahrungen in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, sicherer Umgang mit der einschlägigen Office-Software, Umgang mit den üblichen Grafik-Programmen und sehr gute Kenntnisse bei der Online-Kommunikation.

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Angedacht ist eine Arbeitszeit von 25 Stunden die Woche. Dafür erhält der Praktikant 400 Euro pro Monat. Das entspricht einem Stundenlohn von vier Euro. Dieser Lohn passt jedoch nicht zum Parteiprogramm der Grünen. Dort fordert die Partei "einen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro die Stunde". Doch warum halten sich die Grünen dann nicht selbst daran? „Wir sind uns bewusst, dass die 400 Euro keine üppige Entlohnung sind. Man muss aber auch sagen, dass es Praktikantenstellen gibt, für die gar keine Vergütung bezahlt wird“, zitiert derwesten.de Andreas Blanke, Vorstandssprecher der Oberhausener Grünen. Außerdem gebe es bereits mehrere Bewerber, weiß Blanke zu berichten.

Dass die Grünen in der Stellenausschreibung gezielt Studenten der Politikwissenschaften ansprechen, ist übrigens kein Zufall.  In diesem Bereich sei ein Praktikum in der Regel Pflicht, so Blanke. Von Ausbeutung will der Vorstandssprecher nichts wissen. Schließlich gebe es am Ende auch ein Zeugnis für die Tätigkeit.

mm

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