Rot-Grüne-Koalition unwahrscheinlich

Prognose vor der Bürgerschaftswahl in Bremen zeigt eine mögliche Sensation

+
Bürgermeister Sieling (SPD, links) droht laut Prognosen zur Bürgerschaftswahl in Bremen die Niederlage gegen CDU-Herausforderer Meyer-Herder (rechts).

Die Prognosen vor der Bürgerschaftswahl in Bremen 2019 zeigen SPD und CDU dicht beieinander. Laut den Umfragen ist ein Machtwechsel gut möglich.

Update vom 31. Mai 2019: Die Ergebnisse für die einzelnen Stadtteile sind mittlerweile da. Die genauen Ergebnisse können hier bei kreiszeitung.de* nachlesen.

Prognose vor der Bürgerschaftswahl in Bremen zeigt eine mögliche Sensation

Quelle

Uhrzeit

SPD

CDU

Grüne

Linke

FDP

AfD

BiW

Sonstige

Prognose Bremen nach Angaben von 

ARD und ZDF

18.00

24,5 

25,5

18

12

6

7

2,8

4,2

Bremen - Am 26. Mai 2019 wird in Bremen die Bürgerschaft neu gewählt. Die Kräfteverhältnisse im Stadtstaat könnten sich drastisch ändern, denn die aktuelle rot-grüne Koalition kann sich einer erneuten Mehrheit nicht sicher sein. Die Umfragen zur Bürgerschaftswahl in Bremen deuten an, dass die SPD eine neue Koalition benötigt, um an der Macht zu bleiben. Die CDU darf darauf hoffen, erstmals den regierenden Bürgermeister der Hansestadt zu stellen.

Prognosen vor Bremen-Wahl 2019 sind für SPD bedenklich: CDU schon vorne

Update 23. Mai 2019: Der Trend bestätigt sich! Auch in der letzten Umfrage des ZDF kurz vor der Wahl am Sonntag liegt die CDU vor der SPD. Es wäre eine Sensation, in der seit Kriegsende sozialdemokratisch regierten Hansestadt! Demnach führt die CDU mit 26 Prozent vor der SPD mit 24,5 Prozent. Die Grünen kommen auf 18 Prozent, vor den Linken mit zwölf Prozent. Vergleichsweise schwach schneidet die AfD in Bremen laut dieser Umfrage mit 7 Prozent ab, allerdings kostet ihnen wohl auch „Büger in Wut“ (3 %) wichtige Stimmen. Die FDP schafft laut dieser Projektion nur fünf Prozent am Sonntag. 

Umfragen vor der Bürgerschaftswahl in Bremen 2019 (Angaben in Prozent)

Institut

Datum

SPD

CDU

Grüne

Linke

FDP

AfD

Sonstige

ZDF-Politbarometer

23. Mai 2019

24,5

26

18

12

5

7

7,5

INSA / Bild 

21. Mai 2019

23 

28

18

11

6

6

8

ZDF-Politbarometer

16. Mai 2019

24,5

26

18

12

5,5

8

6

Infratest dimap / Radio Bremen

7. Mai 2019

25

26

18

12

6

8

5

INSA / Bild

2. April 2019

25

25

19

11

7

7

6

Infratest dimap / Weser-Kurier

7. Februar 2019

24

25

18

13

6

8

6

INSA / Bild

14. Mai 2018

22

24

14

17

9

10

4

Infratest dimap / Weser-Kurier

1. Mai 2018

26

24

14

15

7

9

5

Infratest dimap / Radio Bremen

19. Januar 2017

29

24

13

11

8

11

4

Bürgerschaftswahl 2015

10. Mai 2015

32,8

22,4

15,1

9,5

6,6

5,5

8

Weitere Informationen zu den Parteien und der Wahl finden Sie unter anderem auf kreiszeitung.de*.

Prognosen für die Bürgerschaftswahl in Bremen 2019 deuten zu Rot-Rot-Grün

Update vom 22. Mai 2019: Kurz vor der Bürgerschaftswahl am Sonntag gibt es eine neue Umfrage von INSA für die Bild-Zeitung. Demnach läuft alles in Bremen auf Rot-Rot-Grün hinaus - trotz einer schwächelnden SPD. Die Sozialdemokraten könnten laut dieser Umfrage auf 23 Prozent abstürzen, deutlich hinter der CDU, die laut INSA bei 28 Prozent liegt und stärkste Kraft werden würde. Bei der Bürgerschaftswahl 2014 erreichte die SPD noch fast 33 Prozent, die CDU kam auf 22. 

Trotzdem dürfte es für eine Koalition aus SPD, Grünen und Linken reichen. Die Grünen kommen auf 18 Prozent, die Linke auf elf. Das würde zusammen für eine absolute Mehrheit reichen. Denkbar wäre auch eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP. 

Überraschend schwach liegt auch die AfD im Rennen. Sie liegt nur noch bei sechs Prozent in Bremen. Im vergangenen Jahr waren die Rechtspopulisten in Umfragen noch zweistellig in der Hansestadt. Auch die FDP kann nur mit sechs Prozent rechnen. 

Prognose für Bremen: CDU bei Bürgerschaftswahl 2019 vorne

Update vom 16. Mai 2019: Kurz vor der Landtagswahl in Bremen liegt die CDU nach einer Umfrage weiter knapp vor der regierenden SPD. Nach dem ZDF-Politbarometer käme die CDU auf 26 Prozent und die SPD auf 24,5 Prozent, wenn am kommenden Sonntag gewählt werden würde. Die Grünen hätten demnach ein Ergebnis von 18 Prozent, die Linke 12 Prozent, die AfD 8 Prozent, die FDP 5,5 Prozent und die Wählervereinigung Bürger in Wut 3 Prozent.

Für die SPD wäre ein solches Ergebnis der Bürgerschaftswahl ein harter Schlag, denn die Partei stellt dort seit mehr als 70 Jahren den Regierungschef. Nach den Ergebnissen der Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hätte die Koalition aus SPD und Grünen keine Mehrheit mehr. Als Zweierbündnis wäre eine große Koalition möglich. Im kleinsten Bundesland wird am 26. Mai eine neue Bürgerschaft gewählt.

Update vom 13. Mai 2019: In der aktuellen Umfrage von Radio Bremen, die das Institut Infratest dimap durchgeführt hat, bestätigen sich die Trends vor der Bürgerschaftswahl in Bremen 2019. Die CDU liegt erneut vor der SPD und erreicht mit 26 Prozent den besten Wert, der im Vorfeld der Bremen-Wahl ermittelt wurde. Eine Fortsetzung der rot-grünen Regierungskoalition ohne einen dritten Partner erscheint kaum möglich. Es gibt nur ein Zwei-Parteien-Bündnis, das laut der aktuellen Umfrage eine sichere Mehrheit hätte: eine große Koalition von CDU und SPD.

Die CDU hat neben den guten Umfragewerten aber in den Tagen vor der Wahl mit einem Schicksalsschlag zu kämpfen. Der Landesvorsitzende Jörg Kastendiek ist verstorben.

Umfragen vor der Bremen-Wahl zeigen mögliche Ergebnisse in den Stadtteilen

Update vom 12. April 2019: Bei der Wahl in Bremen wird mit einiger Wahrscheinlichkeit eine SPD-Bastion fallen, wie unter anderem merkur.de* analysiert. In Bremen gibt es keine klassischen Wahlkreise. Die Mandate werden durch die Summe an Gesamtstimme je Partei verteilt. Auch deshalb präsentiert das Portal Wahlkreisprognose.de seine Vorhersage für die Bremen-Wahl anhand von Stadtteilmehrheiten anstelle von reinen Prozentangaben. 

2015 ging die SPD noch in 21 von 30 Stadtteilen als stärkste Partei hervor. Für die Wahl 2019 steht eine Rot-Grüne-Koalition, wie sie in Bremen derzeit schon in der dritten Legislaturperiode regiert, auf der Kippe. Laut Wahlkreisprognose.d e verliert die SPD im Vergleich zu 2015 ganze neun Wahlkreise und schafft die Mehrheit nur noch in zwölf. Die CDU kann ihre Stadtteile mit plus sieben gegenüber der letzten Wahl verdoppeln und erlangt Mehrheiten in 14 Stadtteilen. Sie ginge damit zwar nicht absolut aber doch relativ als klarer Gewinner aus der Wahl hervor. Die Grünen können in der Prognose mit zwei weiteren Stadtteilmehrheiten insgesamt vier Bezirke auf sich vereinen. Rot-Grün schafft es demnach nur im Stadtteil Bremen-Findorff auf eine relative Mehrheit, wo aber die Grünen vor der SPD liegen. In den restlichen Stadtteilen überwiegen schwarz-rote Mehrheiten.

Allerdings seien die Wahlen in den Stadtteilen noch weitgehend offen, schreibt das Portal. In 19 der 30 Stadtteile führe die jeweilige Partei lediglich zwischen null und sechs Prozentpunkten. Dennoch wirbt das Portal Wahlkreisprognose.de auf seiner Webseite mit der Genauigkeit seiner Vorhersagen. Gesellschaftliche und demoskopische Trends sollen dabei ebenso mit einfließen wie die Sozialstruktur in den einzelnen Wahlkreisen, historische Entwicklungen sowie Milieubindung und Mobilisierungsgrad der Parteien

Aktuelle Umfrage vor Bürgerschaftswahl in Bremen: SPD und CDU gleichauf

Update vom 2. April 2019: Es deutet sich zunehmend ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU an. Weniger als zwei Monate vor der Bürgerschaftswahl in Bremen zeigt die aktuellste Umfrage einen Gleichstand: Beide Parteien kämen demnach auf 25 Prozent der Stimmen. Obwohl SPD und Grüne jeweils leicht zugelegt haben, wäre eine Mehrheit für die bestehende rot-grüne Koalition bestenfalls knapp. Nur eine GroKo könnte nach aktuellem Stand als Zweierbündnis sicher regieren.

Prognose für die Bremen-Wahl deutet neue Kräfteverhältnisse an

Die Hansestadt Bremen wird seit 1946 ohne Unterbrechung von SPD-Bürgermeistern regiert. Seit 2015 regiert Carsten Sieling in seiner ersten Amtszeit. Seit der vergangenen Bürgerschaftswahl ist er der Nachfolger von Jens Böhrnsen, der zehn Jahre lang die Regierungsverantwortung im Bundesland mit der kleinsten Bevölkerungszahl hatte. Stabil blieb hingegen die Regierungskoalition, auf die sich Sieling stützt. Im Jahr 2019 endet die dritte Legislaturperiode in Folge, die von einer rot-grünen Koalition geführt wird.

Ob es mit Rot-Grün weitergehen kann, ist angesichts der Prognosen zur Bürgerschaftswahl 2019 in Bremen noch unsicher. Während der kleine Koalitionspartner Bündnis 90/Die Grünen im Vergleich zur letzten Wahl zulegen dürfte, liegt die SPD in Umfragen dauerhaft unter ihrem Wahlergebnis von 2015. Das Ergebnis von 32,8 Prozent der Stimmen, das die SPD zur mit Abstand stärksten Partei machte, scheint heute unerreichbar. Selbst ein Ergebnis unter 25 Prozent erscheint realistisch.

Prognosen für die Bürgerschaftswahl 2019: Rot-Rot-Grün, Jamaika oder GroKo?

Was passiert also, wenn es für SPD und Bündnis 90/Die Grünen nicht mehr reicht? Im Wesentlichen werden in Bremen drei Optionen diskutiert, die eine sichere Mehrheit liefern - falls denn die Koalitionsgespräche eine Einigung bringen.

  • GroKo: Die Mehrheit für eine große Koalition ist sicher. Die offene Frage wäre laut den Prognosen, ob die Bürgerschaftswahl die Sozialdemokraten oder die Christdemokraten zur stärksten Kraft macht. Die CDU könnte erstmals den Bürgermeister stellen, falls sie die SPD überholt. Zu bedenken bleibt aber, dass Carsten Sieling erst im vorigen Jahr die Zusammenarbeit zwischen SPD und Union in Berlin kritisch beurteilte.
  • Jamaika: Ein Bündnis von CDU, Grünen und FDP ist keine Sensation mehr, doch für Bremen wäre die Koalition ein Novum. Eine Einigung kann schwierig werden, die Aussichten sind für CDU und FDP allerdings verlockend. Die CDU könnte den Bürgermeister stellen, die FDP wäre erstmals seit 1995 in Bremen mit an der Macht. Ob die Grünen wohl mitspielen würden?
  • Rot-Rot-Grün: Falls keine andere Koalition möglich ist, wäre Carsten Sieling auch für ein rot-rot-grünes Bündnis unter Einbeziehung der Linkspartei offen. Auch die Linke ist nicht völlig abgeneigt, in einem weiteren Bundesland Regierungsverantwortung zu übernehmen. Die Ankündigung des SPD-Bürgermeisters lässt aber darauf schließen, dass es kein Rot-Rot-Grün gibt, solange die SPD in einer GroKo regieren kann.

Eine Koalition mit der AfD erscheint unwahrscheinlich. Die Partei wird wohl den sicheren Wiedereinzug in den Landtag schaffen und der Opposition angehören. Die Partei wird von Spitzenkandidat Frank Magnitz in den Wahlkampf geführt. Magnitz wurde bundesweit bekannt, nachdem er im Januar auf offener Straße angegriffen und schwer verletzt wurde.

Sollte jetzt ein neuer Bundestag gewählt werden, würden die Ergebnisse so aussehen. Hier gibt es die aktuellsten Umfragewerte. 

Regionale Meldungen zur Bürgerschaftswahl in Bremen erhalten Sie immer aktuell auch auf kreiszeitung.de*.

Falls Sie noch unsicher sind, wen Sie bei der Bürgerschaftswahl in Bremen wählen sollen, kann Ihnen der Wahl-O-Mat eine Entscheidungshilfe sein.

Martin Schulz hat es laut eines Medienberichts auf den Posten von Andrea Nahles als SPD-Fraktionschef abgesehen. Ein neues SPD-Beben droht nach den Wahlen.

Am Wahlabend erhalten Sie aktuelle Informationen auch im Bürgerschaftswahl-Ticker auf kreiszeitung.de* sowie im Live-Ticker des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks zu den Prognosen, Ergebnisse und Reaktionen.

rm

*kreiszeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.