Bundesagentur und Arbeitgeber fordern längere Kita-Öffnungszeiten

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Rund 3,29 Millionen Kinder unter sechs Jahren werden in einer Kindertageseinrichtung oder von Tageseltern betreut. Foto: Julian Stratenschulte

Nürnberg (dpa) - Die Bundesagentur für Arbeit (BA) fordert ebenso wie der Arbeitgeberverband längere und flexiblere Öffnungszeiten in den Kindertagesstätten.

"Die oft starren Betreuungszeiten in Kitas passen nicht zur heutigen Lebens- und Arbeitswelt. Wir brauchen mehr Absicherung der Betreuung in Randzeiten und an Wochenenden", kritisierte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt am Montag in Nürnberg. Auch Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer betonte: "Wir brauchen mehr hochwertige Kitas, die sich an den Interessen berufstätiger Eltern und den Bedürfnissen der Betriebe orientieren, damit Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bekommen sind."

Viele Menschen, besonders Alleinerziehende, könnten wegen der unzureichenden Betreuung ihrer Kinder nicht oder nicht im angestrebten Umfang arbeiten, sagte Alt. Auch die Unternehmen drängen auf bessere Angebote. "Der Ausbau der Kinderbetreuung, gerade auch in Rand- und Ferienzeiten, ist ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung", erläuterte Kramer in Berlin. Mittelfristig seien deshalb deutlich mehr qualifizierte Betreuer vonnöten.

Nach einer aktuellen Studie der Bundesagentur werden rund 3,29 Millionen Kinder unter sechs Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder von Tageseltern betreut (Daten vom März). Ihre Zahl ist in den letzten Jahren - auch durch den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz zum 1. August 2013 - stetig gestiegen.

Entsprechend legten auch die Mitarbeiterzahlen in den Kitas in den vergangenen Jahren kräftig zu: Von 382 400 im Jahr 2008 auf zuletzt 527 400. Hinzu kommen knapp 45 000 öffentlich geförderte Tagesmütter und -väter. Die meisten der immer noch fast ausschließlich weiblichen Betreuer und Erzieher arbeiten Teilzeit.

Um die Betreuung in Randzeiten zu verbessern, schlug BA-Manager Alt vor, dass Länder und Kommunen vermehrt Tageseltern ausbilden und vermitteln sollten. Auch müssten Umschuler eine verkürzte Ausbildung machen können. Arbeitgeberpräsident Kramer ergänzte: "Wir benötigen in der Ausbildung zum Erzieherberuf ein höheres Angebot an praxisintegrierten, vergüteten Ausbildungsmodellen anstelle der vollschulischen, zum Teil sogar kostenpflichtigen Ausbildung."

BA-Studie

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