Bundesparteitag in Offenbach: Piraten wollen keine Eintagsfliege sein

Offenbach. Nach dem Wahlerfolg in Berlin wollen die Piraten ihre Programmatik auf eine breitere Basis stellen. Beim am Samstag begonnenen Bundesparteitag in Offenbach brauchten die 1255 der rund 18.000 erschienenen Mitglieder jedoch geraume Zeit, um formale Fragen zu klären und das „piratige Selbstverständnis“ zu diskutieren.

Geplant war für den ersten Tag des Treffens auch eine Debatte über ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Der Bundesvorsitzende der Piraten, Sebastian Nerz, hatte seine streitlustige Partei, die hauptsächlich im Internet kommuniziert, zu Beginn zu Geschlossenheit aufgerufen. Er mahnte, keine Schimpfworte über Twitter auszutauschen: „Über Twitter kann man keinen Streit beilegen, sondern nur eskalieren.“

Nachdem die Zahl der Mitglieder seit der erfolgreichen Wahl in Berlin um 50 Prozent gestiegen sei, „müssen wir jetzt hart arbeiten.“ Die Zeit erster Erfolge sei auch immer die Zeit erster Fehler. „Werden wir nicht übermütig, sondern arbeiten wir Stück für Stück weiter, dann können wir die Politik, dann können wir die Welt verändern.“ Spätestens nach der Wahl in Schleswig Holstein im Mai 2012 werde deutlich werden, dass die Piraten „keine Eintagsfliege“ seien. Laut Nerz haben die Piraten deutschlandweit inzwischen 176 Mandate.

Als Sympathisant äußerte sich in seinem Grußwort Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD). Er sei "happy", dass die Piraten in seiner Heimatstadt tagten. Schneider sagte, er verfolge mit Sympathie, dass die Piraten basisdemokratische Bewegung in die Politik bringen würden. Die beiden Stadtverordneten der Piraten in Offenbach seien "eine absolute Bereicherung mit ihren kreativen, pfiffigen Anträgen." (wet)

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