Mehr Geld für 2,6 Millionen Pflegebedürftige

+
Zu Beginn wird der neue Bundesratspräsident Volker Bouffier seine Antrittsrede halten. Foto: Robert Schlesinger

Berlin (dpa) - Der Bundesrat hat die Pflegereform der großen Koalition aus Union und SPD gebilligt. Die 2,6 Millionen Pflegebedürftigen erhalten damit im kommenden Jahr um vier Prozent höhere Leistungen.

Die Betreuung wird sowohl im Heim als auch ambulant ausgebaut, Zuschüsse für den Umbau einer Wohnung im Pflegefall steigen.

2015 startet ein Pflegevorsorgefonds, in den etwa 20 Jahre lang rund 1,2 Milliarden Euro jährlich fließen sollen. Damit sollen - bei steigender Zahl der Pflegebedürftigen - die Beiträge stabil gehalten werden. Der Beitragssatz von 2,05 Prozent wird um 0,3 Punkte angehoben. Der Bundestag hatte das entsprechende Gesetz Mitte Oktober beschlossen.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) nannte das Ja der Länder eine "gute Nachricht für die Pflege in Deutschland" und sagte: "Damit wird die Pflege zu Hause -deutlich gestärkt. Die Lebensqualität in stationären Pflegeeinrichtungen wird durch eine deutliche -Erhöhung der Zahl der Betreuungskräfte spürbar verbessert."

Dagegen kritisierte Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK, den Pflegevorsorgefonds aus -Beitragsgeldern der Versicherten: "Das -Geld benötigen wir für die Umsetzung des ganzheitlichen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, und zwar -sofort. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass immer, wenn ein Geldtopf angelegt wird, die Gefahr groß -ist, dass ein Finanzminister zugreift."

Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), erwartet für die Pflegedienste "gravierende Probleme": "Einen schweren Fehler stellt die Neuregelung dar, dass bis zu 40 Prozent der ambulanten Sachleistungen, die bisher qualitätsgeprüft von Pflegediensten ausgeführt werden, künftig von Einzelpersonen oder von neuen Agenturen übernommen werden können." Dies sei der Einstieg in das Prinzip "Hauptsache billig".

Leistungen Pflegeversicherung 2014

Leistungen ab 2015 im Überblick

Mitteilung zum Kabinettsbeschluss Pflege-Auszeit

Zahlen zur Pflegeversicherung

dpa-Reportage über die Pflege in Deutschland heute

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.