Bei Berufsathleten

Bundesrat will Doping zur Straftat machen

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Eine Doping-Spritze

Köln - Doping bei Berufssportlern soll zur Straftat werden. Nach der Großen Koalition hat sich auch der Bundesrat für eine verbesserte strafrechtliche Bekämpfung von Doping ausgesprochen.

Die Länderkammer stimmte am Freitag mehrheitlich für eine Gesetzesinitiative Baden-Württembergs, wonach sich Sportlerinnen und Sportler strafbar machen, sofern sie gedopt an einem berufssportlichen Wettbewerb teilnehmen. „Im Kampf gegen Doping ist das Votum des Bundesrats ein wichtiger Schritt nach vorn“, sagte Justizminister Rainer Stickelberger in einer Mitteilung der Pressestelle des baden-württembergischen Justizministeriums.

„Die nun folgenden Diskussionen im Bundestag mögen an der einen oder anderen Stelle zu einer Veränderung oder Ergänzung führen“, stellte Stickelberger fest. „Für mich ist wesentlich, dass erstmals die gedopten Sportler in den Fokus der Strafverfolgungsbehörden kommen können. Denn sie manipulieren den wirtschaftlichen Wettbewerb und betrügen die sauberen, ungedopten Sportler um Preisgelder und lukrative Sponsorenverträge.“

Die größten Doping-Skandale der Sportgeschichte

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Nach der aktuellen Rechtslage sind gedopte Sportler mit den Mitteln des Strafrechts kaum zu belangen. Eine Sanktionierung erfolgt überwiegend durch die Sportgerichtsbarkeit. Zuletzt hatten sich jedoch mehr und mehr Sportverbände und einzelne Sportler für eine verbesserte strafrechtliche Dopingbekämpfung ausgesprochen. Baden-Württembergs Justizminister wies darauf hin, dass auch der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD entsprechende Maßnahmen vorsehe.

Neben der Einführung des neuen Straftatbestands des Dopingbetrugs sieht der Gesetzentwurf vor, auch das Handeltreiben mit Dopingmitteln unter Strafe zu stellen.  Bislang ist es lediglich strafbar, Arzneimittel zu Dopingzwecken im Sport in den Verkehr zu bringen, zu verschreiben oder bei anderen anzuwenden. Nur für bestimmte Dopingmittel ist derzeit der Erwerb oder Besitz in nicht geringer Menge unter Strafe gestellt.  Die Höchststrafe soll laut Gesetzentwurf von drei auf fünf Jahre angehoben werden, darüber hinaus soll eine Kronzeugenregelung eingeführt werden.

Kritisiert wird an der baden-württembergischen Initiative, dass diese sich nur gegen die wenigen Berufssportler wendet und lediglich von Wettkampf-Kontrollen spricht, obwohl Doping vor allem im Training hilft, über lange Zeit ein großes Pensum zu absolvieren.

sid

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