Coronavirus

„Hat ausgedient“: Corona-Inzidenz künftig kein Richtwert mehr

Die Corona-Inzidenzen fallen als Richtwert weg. Künftig soll die Hospitalisierungsrate als Maßstab für weitere Beschlüsse dienen – das beschließt das Corona-Kabinett der Regierung.

Berlin – Keine Inzidenz als Richtwert, darauf hat sich das Corona-Kabinett der Bundesregierung geeinigt. „Die 50er-Inzidenz im Gesetz hat ausgedient“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn* im ZDF*. Wesentlicher Indikator für die Belastung des Gesundheitssystems sei künftig die Auslastung in den Krankenhäusern: „Der neue Parameter ist die Hospitalisierung. Heißt: Die Covid-19-Patienten, die ins Krankenhaus aufgenommen werden zur Behandlung.“

Die Regierung ändert ihre Corona-Politik dadurch wesentlich: Die Sieben-Tage-Inzidenzen, die über die Regeln im Umgang mit dem Coronavirus* bestimmten, fallen somit komplett weg. Die Bundesregierung legt, laut der Nachrichtenagentur Reuters, eine Formulierungshilfe für die Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor. Das Corona-Kabinett mit Kanzlerin Angela Merkel* und den Fachministerinnen und Ministern habe am Montag (23.08.2021) erstmals seit der Sommerpause wieder getagt.

Coronavirus: Gesundheitsminister Spahn sprach sich für Aufhebung der Inzidenzen aus

Wie der Regierungssprecher Steffen Seibert mitteilte, sei sich das Kabinett einig gewesen, dass Spahn zügig einen entsprechenden Vorschlag machen und das Bundeskabinett diesen dann beschließen solle. Den genauen Zeitplan gaben Spahn und Seibert nicht bekannt. Genesene und gegen Corona geimpfte Menschen müssen sich laut Seibert jedoch künftig keine Sorgen mehr um Einschränkungen machen: „Man kann den Geimpften sagen, dass sich für sie, auch wenn jetzt die Zahlen weiter ansteigen, nichts ändern wird, und das gilt auch für die Genesenen: Sie müssen jetzt nicht mit neuen Einschränkungen rechnen“, sagte Seibert. Trotzdem könne man noch nicht voraussehen, ob bei neuen Virusvarianten der Corona-Impfstoff* nicht mehr wirke und die Regelungen dann doch geändert werden müssen.

Künftig soll es den Inzidenz-Wert nicht mehr als Richtwert geben - das wünschte sich zuvor bereits Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Spahn kündigte bereits am Morgen an, dass er die Inzidenz als Richtwert* abschaffen wolle. Die Abschaffung der Inzidenzwerte stelle jedoch keine Entwarnung dar. Trotz der hohen Impfquote, werde das Gesundheitssystem belastet. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet* sprach sich ebenfalls am Sonntagabend (22.08.2021) für die Aufhebung der derzeitigen Regel aus. Die Inzidenzen allein seien nicht mehr repräsentativ.

Das Infektionsschutzgesetzt regelt derzeit, dass bei Überschreitungen des Sieben-Tage-Inzidenzwertes 50 pro 10.000 Einwohner:innen, Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind. Künftig würden sich die Einschränkungen wahrscheinlich an der Hospitalisierungsrate orientieren. Diese liegt zurzeit in sieben Tagen bei 1,28 Fällen pro 100 000 Einwohner:innen. (Ares Abasi) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser/dpa

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