Gemeinsamer Brief

Abgeordnete kämpfen für Pussy Riot

Berlin - Mit einem gemeinsamen Brief haben sich mehr als hundert Bundestagsabgeordnete aus allen Parteien für drei Frauen der russischen Punkband Pussy Riot eingesetzt, denen mehrere Jahre Haft drohen.

In dem Schreiben an den russischen Botschafter in Berlin, Wladimir Grinin, äußerten sich die insgesamt 121 Abgeordneten am Dienstag besorgt über das Gerichtsverfahren gegen die Band. Der Brief liegt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vor.

Die Staatsanwaltschaft fordert gegen die drei Angeklagten jeweils drei Jahre Haft. Den Punk-Rockerinnen wird vorgeworfen, eine Kirche gestürmt und Russlands Präsidenten Wladimir Putin von der Kanzler herab verunglimpft zu haben.

“Die mehrmonatige Untersuchungshaft und die hohe Strafandrohung empfinden wir als drakonisch und unverhältnismäßig“, heißt es in dem Schreiben. “In einem säkularen und pluralistischen Staat dürfen friedliche Kunstaktionen - auch wenn sie als provokant empfunden werden können - nicht zu dem Vorwurf eines schweren Verbrechens und langzeitigen Verhaftungen führen.“

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die beiden Grünen-Fraktionschefs Renate Künast und Jürgen Trittin, die Fraktionsvize Michael Meister (CDU) und Ulrich Kelber (SPD) sowie die frühere FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger. Für die Linkspartei hat unter anderem die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Luc Jochimsen unterschrieben.

dpa

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