Besuch im Hochwassergebiet

Bild mit Symbolcharakter: Lässt Armin Laschet die Wähler im Regen stehen?

Vor der Bundestagswahl sorgt dieses Foto von Armin Laschet (CDU) aus einem Hochwassergebiet für Diskussionen.
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Vor der Bundestagswahl sorgt dieses Foto von Armin Laschet (CDU) aus einem Hochwassergebiet für Diskussionen.

Während ein Bürger im Regen steht, lässt Armin Laschet (CDU) sich den Regenschirm halten. Ein Foto, das vor der Bundestagswahl für viel Kritik sorgt – zu Recht?

Swisttal – Lässt Armin Laschet (CDU) seine Bürger im Regen stehen? Zumindest verschafft ein Foto des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten im Hochwassergebiet genau diesen Eindruck. Darauf ist der Union-Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2021* zu sehen, wie er sich im Swisttal bei Bonn mit einem Opfer der Flutkatastrophe unterhält.

Während der Mann im nassen T-Shirt unter freiem Himmel spricht, steht Laschet hingegen im Trockenen, weil ihm ein Mitarbeiter einen Regenschirm über den Kopf hält. Der wiederum steht ebenfalls im Regen.

Rasch verbreitete sich das Foto am Montag (02.08.2021) bei Twitter. Die Reaktionen vieler Nutzer ließen nicht lange auf sich warten. „Laschet unterm Regenschirm, während ein Betroffener der Flut im Regen steht“, schreibt ein User. Das Bild „sagt so viel aus“, heißt es weiter. „Laschet schafft es nicht mal mehr eigenständig einen Regenschirm zu halten“, wird in einem anderen Tweet gewitzelt.

Vor Bundestagswahl 2021: Armin Laschet wird in Hochwassergebieten massiv kritisiert

Vor Ort wurde der CDU-Politiker massiv kritisiert. Beim Gang durch die zerstörten Straßen sei es aufgrund fehlender Hilfe sogar zu Beschimpfungen seitens vieler Anwohner gekommen, berichtet die Tagesschau. So habe ein Mann gegenüber dem Kanzlerkandidaten geklagt, dass er bislang weder Hilfe von der Landesregierung noch von der örtlichen Verwaltung erhalten habe.

Mit Blick auf die Bundestagswahl habe ein anderer Mann darüber hinaus gedroht: „Sie werden es bei der Wahl merken“. In einer aktuellen Umfrage liegt Laschet* abgeschlagen hinter Scholz (SPD) und Baerbock (Grüne).

Eingefangen wurde die „Regenschirmszene“ von einem Fotografen der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Seitdem geistert das Foto durch die Medien. Laut einem Bericht des Tagesspiegels würde es sich dabei aber nur eine Momentaufnahme handeln. Zudem wird auf einen Tweet von Marian Bracht (CDU) verwiesen, der zeigt, wie ein weiterer Mann samt Regenschirm neben dem Bürger steht, der sich mit Armin Laschet unterhält. Nass und im Regen bleibt besagter Bürger trotzdem.

Laschet-Foto: Diskussionen vor Bundestagswahl laut Experten nicht überraschend

Fotograf Ralf Sondermann, der nach eigenen Angaben vor Ort war, schreibt auf Twitter: „Der Bürger stand schon kurz dort im Regen und hatte zuvor einen Weg dorthin zurückzulegen. Der Mann links, der seinen Schirm zusätzlich aufspannte und mit über den Bürger hielt, ist der Landrat.“ Aufgrund von Corona hätten sie nicht näher beieinander stehen können. „Die Leute sehen hier offenbar halt, was sie sehen wollen“, kritisiert Sondermann weiter.

Angesichts der anstehenden Bundestagswahl seien solche Bilder laut dem Kommunikationsexperten Martin Fuchs kein Zufall: „Alle deutsche Parteien haben mittlerweile große Social-Media-Teams, die ihre Sympathisanten mit Informationen versorgen, um Stimmung gegen politische Gegner zu machen“, erklärt Fuchs gegenüber dem Tagesspiegel.

NameArmin Laschet
Geburtsdatum, -ort18. Februar 1961, Aachen (Deutschland)
ParteiChristlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
Politischer PostenMinisterpräsident von Nordrhein-Westfalen, Bundesvorsitzender der CDU, CDU-Kanzlerkandidat der Bundestagswahl 2021

Der Fall von Armin Laschet sei aber nur einer von vielen, sagt Fuchs. Auch gegen Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen, würde in den sozialen Netzwerken von Konservativen massiv Stimmung gemacht. Es sei weniger anstrengend, sich ein Foto anzusehen und sich eine Meinung darüber zu bilden, als sich beispielsweise die Parteiprogramme der Parteien durchzulesen und konstruktiv zu kritisieren. (Nail Akkoyun) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock musste sich jüngst mit Plagiatsvorwürfen* zu ihrem neuen Buch beschäftigten - sie reagierte deutlich und sprach von einem „Versuch von Rufmord“. Der Co-Buchautor nannte die Anschuldigungen gegen Baerbock sogar „scheinheilig“*.

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