Vor der Bundestagswahl

Falls Olaf Scholz Kanzler wird - Wird Lauterbach dann neuer Gesundheitsminister?

Wird Karl Lauterbach der neue Bundesgesundheitsminister, falls Olaf Scholz das Rennen um den Kanzlerposten gewinnt?
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Wird Karl Lauterbach der neue Bundesgesundheitsminister, falls Olaf Scholz das Rennen um den Kanzlerposten gewinnt? (Archivbild)

In Hinblick auf die steigenden Umfragewerte der SPD und Kanzlerkandidat Olaf Scholz scheint Lauterbach als künftiger Gesundheitsminister nicht unwahrscheinlich.

Berlin – Die Corona-Pandemie legte einige Probleme in Deutschland offen, häufig stand daher Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der Kritik. Angesichts der anstehenden Bundestagswahl 2021 und steigenden Umfragewerten der SPD scheint ein Sozialdemokrat als Kanzler, und damit ein neuer Chef des Gesundheitsministeriums, nicht mehr unwahrscheinlich.

Nun stellt sich die Frage, ob SPD-Politiker Karl Lauterbach, der sich aufgrund der Pandemie immer wieder auf Twitter und in verschiedenen Talkshows äußerte, unter einem Kanzler Olaf Scholz nicht sogar die Nachfolge von Jens Spahn antreten wird.

Umfragen sehen Olaf Scholz vorn – Karl Lauterbach äußert Interesse an Ministerposten

„Wir arbeiten seit Jahren zusammen. Wir wussten bei der Regierungsbildung nicht, wie es kommt. Wer weiß, vielleicht wird er ja noch Gesundheitsminister“, meinte Spahn noch im März mit einem gequält wirkenden Lächeln, auf die Frage, ob der studierte Arzt und Epidemiologe Lauterbach nicht der bessere Gesundheitsminister wäre.

Jetzt, wo SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz dem Kanzlerposten in Berlin immer näherzukommen scheint, rückt dieses Szenario plötzlich in greifbare Nähe. Denn die Sozialdemokraten könnten bei der Regierungsbildung und in Sondierungsgesprächen den Ton angeben. Dafür sprechen zumindest mehrere Umfragen zur Bundestagswahl, die die SPD aktuell mehrere Prozentpunkte vor der Union und Armin Laschet (CDU) sehen. Möglich wäre unter anderem eine Regierung bestehend aus der SPD, den Grünen und der Linken.

Gegenüber dem Spiegel erklärte Karl Lauterbach noch Anfang Juli, dass er das Amt des Gesundheitsministers „nach wie vor sehr reizvoll“ fände. Das Verhältnis von Scholz und dem gebürtigen Rheinländer gilt als wechselhaft. Beide Männer hatten sich im Herbst 2019 um den Parteivorsitz der Sozialdemokraten beworben, am Ende wurde es eine Doppelspitze bestehend aus Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans.

Kabinett Olaf Scholz: Karl Lauterbach bräuchte als Gesundheitsminister kein Bundestagsmandat

Als die SPD im August 2020 ihren Kanzlerkandidaten Olaf Scholz bekannt gab, gab sich Lauterbach bei Twitter aber euphorisch: „Herzlichen Glückwunsch! Wenn uns jemand durch die Corona-Krise und den dann nötigen Umbau unserer Wirtschaft führen kann, ist es Olaf Scholz.“

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Vor der Bundestagswahl 2021 hielt sich Scholz bisher allerdings bedeckt. Beim zweiten TV-Triell mit Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet ließ sich der Sozialdemokrat nichts zu einem möglichen Kabinett Scholz entlocken. Es sei „kein guter Stil“, vor der Wahl über eine Besetzung der Ministerämter zu sprechen, erklärte Scholz.

Doch selbst wenn Olaf Scholz erster SPD-Bundeskanzler seit Gerhard Schröder (1998 - 2005) werden sollte, hätte Karl Lauterbach noch eine Hürde vor sich. Der Politiker wird auf der Landesliste der SPD in Nordrhein-Westfalen lediglich auf Platz 23 geführt. In seinem Wahlkreis Stadt Leverkusen sowie Köln-Mülheim müsste er wohl das Direktmandat gewinnen, um garantiert ins Parlament einzuziehen. Es gibt jedoch einen Hoffnungsschimmer: Für einen Ministerposten bräuchte Lauterbach laut Grundgesetz nicht zwingend ein Bundestagsmandat. (Nail Akkoyun)

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