Bundestagswahl 2021

Umfrage-Schock: Noch nie war die Union so schwach

Die Union und Kanzlerkandidat Armin Laschet sehen sich wenige Wochen vor der Bundestagswahl mit schwachen Umfragewerten konfrontiert.
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Die Union und Kanzlerkandidat Armin Laschet sehen sich wenige Wochen vor der Bundestagswahl mit schwachen Umfragewerten konfrontiert.

In einer aktuellen Umfrage zur Bundestagswahl rutscht die Union tiefer als je zuvor. Derweil profitieren Olaf Scholz und die SPD von der Krise um Armin Laschet.

Berlin – Wenige Wochen vor der Bundestagswahl 2021 zeichnet sich ein klares Bild ab. Zwar sind Umfragewerte stets mit Vorsicht zu betrachten, allerdings dürfte man im Willy-Brandt-Haus, dem Hauptsitz der Sozialdemokraten, derzeit kaum aus dem Lächeln herauskommen.

Zum einen wird SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz laut einer Befragung von vielen Zuschauern als klarer Gewinner des Fernseh-Triells zwischen ihm, Annalena Baerbock (Grüne) und Armin Laschet (CDU) gesehen. Zum anderen sorgt Laschet aufgrund vermehrt schwacher Umfragewerte für einen Höhenflug der SPD. So sieht eine aktuelle Insa-Umfrage die SPD bei 25 Prozent, die Union hingegen bei nur 20 Prozent – dabei handelt es sich um das schlechteste Umfrage-Ergebnis, das CDU und CSU jemals eingefahren haben.

Schlechte Umfragewerte vor der Bundestagswahl: Druck auf Armin Laschet und Union wächst

Während sich der Positivtrend der SPD also weiter fortsetzt und die Kanzlerchancen von Olaf Scholz wachsen, dürfte sich der Frust seitens der Union weiter verstärken: Denn seit der letzten Insa-Sonntagsfrage, die von der Bild-Zeitung in Auftrag gegeben wurde, haben die Christdemokraten erneut drei Prozentpunkte verloren. Das historisch schlechte Abschneiden dürfte den ohnehin schon hohen Druck auf den Unions-Kanzlerkandidaten noch einmal weiter erhöhen. Zuletzt forderten einige CDU-Abgeordnete bereits einen Rücktritt von Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bekundete am vergangenen Wochenende, dass es angesichts der desaströsen Umfragewerte „einen Strategiewechsel“ brauche. Laschet selbst soll einen solchen Kurswechsel einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP zufolge zwar ablehnen, will mit einem „100-Tage-Programm“ jedoch in den Wahlkampf-Endspurt starten. Aus Teilnehmerkreisen des CDU-Präsidiums heißt es, dass der Parteivorsitzende sich mit folgenden fünf Themen profilieren möchte:

  • Digitale Modernisierung
  • Klimaneutrales Industrieland
  • Entlastung der gesellschaftlichen Mitte
  • Stärkung des Mittelstands
  • Innere und äußere Sicherheit

Bundestagswahl: Union würde nach aktuellem Stand nur eine mögliche Koalition führen

Der aktuellen Umfrage zur Bundestagswahl nach verlieren zudem auch die Grünen weiter an Zustimmung, wenn auch nur minimal. Während B90/Die Grünen in der Insa-Umfrage auf 16,5 Prozent kommen, legt die FDP um 0,5 Prozentpunkte auf 13,5 Punkte zu. Dahinter gliedern sich ohne Veränderungen die AfD mit 11 Prozent sowie die Linke mit 7 Prozent ein.

SPD25 Prozent
CDU/CSU20 Prozent
Grüne16,5 Prozent
FDP13,5 Prozent
AfD11 Prozent
Die Linke7 Prozent

Nach aktuellem Stand wären nach der Bundestagswahl also verschiedene Regierungskonstellationen möglich, allerdings würden sie alle von der SPD geführt werden – abgesehen von einer Jamaika-Koalition bestehend aus der Union, den Grünen und der FDP.

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Es sei gesagt, dass Wahlumfragen aktuelle Meinungsbilder widerspiegeln und keine Prognosen auf den Wahlausgang darstellen. Zudem erschweren unter anderem kurzfristige Wahlentscheidungen und unentschlossene Wähler die Forschung der Wahlinstitute. (Nail Akkoyun)

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