In Berlin Politik für die Region gestalten

Bundestagswahl: Boris Mijatovic ist Direktkandidat für die Grünen

Boris Mijatovic
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Sieht auf dem ehemaligen Gelände der Firma Henschel in Rothenditmold Potenzial für moderne Innenstadtentwicklung: Boris Mijatovic, Direktkandidat der Grünen für die Bundestagswahl.

Am 26. September ist Bundestagswahl. In einer Serie stellen wir die Kandidaten im Wahlkreis Kassel, zu dem auch Teile des Landkreises gehören, vor. Hier: Boris Mijatovic von den Grünen.

Kassel – Dass sich Boris Mijatovic für ein Treffen ausgerechnet das ehemalige Henschelareal in Rothenditmold aussucht, ist kein Zufall. „Für mich ist das Gelände ein Paradebeispiel für moderne Innenstadtentwicklung“, sagt der 47-jährige Direktkandidat der Kasseler Grünen. Hier könnte in den nächsten Jahren Wohnraum entstehen, auch für die Ansiedlung von Firmen habe das Gelände ein enormes Potenzial.

Der gebürtige Kasseler fühlt sich der Region tief verbunden – für ihn der wichtigste Grund, warum er gern nach Berlin in die Bundespolitik wechseln würde. „Auf bundespolitischer Ebene gibt es noch mehr Möglichkeiten, Politik zu gestalten, die der Region zugute kommt“, erläutert Mijatovic. Die Erfahrung durch seine jahrelange Arbeit in der Kommunalpolitik sieht er dabei als klaren Vorteil.

Sein Interesse für Politik sei vor allem den Ungerechtigkeiten geschuldet, die er bereits zu Schulzeiten wegen seines Nachnamens erfahren habe. „Wie wird das geschrieben? Wie spricht man das aus? Mit solchen Fragen musste ich mich ständig herumschlagen“, erinnert sich der Sohn eines jugoslawischen Gastarbeiters. Gleichzeitig sei seine Neugier auf die Welt immer größer geworden. Das habe er zu Schulzeiten während eines Frankreich-Austauschs festgestellt. Mit einem Interrail-Ticket lernt Mijatovic nach seinem Abitur die Vielfalt Europas kennen und lieben. „Die europäische Idee ist das Beste, was uns passieren konnte“, ist der 47-Jährige überzeugt. Seine politische Heimat findet Mijatovic schließlich bei den Grünen.

„Ich bin kein Ur-Öko im klassischen Sinn, ich habe mich aber schon früh mit Themen wie Umweltzerstörung, Raubbau an der Natur und der Frage beschäftigt, was soziale Verantwortung bedeutet.“ Bei den Grünen sieht er diese Themen am besten vertreten, musste aber auch feststellen, dass Umweltschutz im politischen Alltag mit anderen Bereichen in Einklang gebracht werden muss, was auch zu Schwierigkeiten führt, etwa beim Ausbau der A 49, für den die hessischen Grünen von vielen Umweltaktivisten kritisiert werden.

„Ich finde es angesichts des Klimawandels auch nicht zukunftsweisend, eine Autobahn auszubauen. Das entscheiden wir aber nicht allein. Ich habe auch nie an den Airport Kassel geglaubt. Es macht doch aber keinen Sinn, deshalb jeden Haushalt abzulehnen, in dem Mittel für den Flughafen vorgesehen sind und andere Projekte deswegen dann auf der Strecke bleiben müssen.“
In seiner Freizeit engagiert sich der 47-Jährige, der selbst keine Kinder hat, für Jugendliche. So hat sich Mijatovic viele Jahre dafür eingesetzt, dass der KSV Hessen Kassel ein Fanprojekt bekommt. Selbst kickt er beim Verein Streetbolzer, der Turniere für Jugendliche organisiert. „Den jungen Menschen muss all unsere Aufmerksamkeit gelten. Die besten Ideen kommen von jungen Köpfen. Wir müssen dafür sorgen, dass sie ihren Platz in unserer Gesellschaft finden.“

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