Unterwegs als Klima-Aktivist

Bundestagswahl: Das ist der Einzelbewerber Cornelius El-Fayoumy

Cornelius El-Fayoumy
+
Jüngster Bewerber: der 18-jährige Cornelius El-Fayoumy.

Andere Kandidaten präsentieren sich seit geraumer Zeit in der Kasseler Fußgängerzone. Cornelius El-Fayoumy hält sich schon dort auf, wo er mit seiner Bundestagskandidatur hin will: in Berlin.

Kassel – Während des Telefongesprächs über seine Kandidatur im Wahlkreis Kassel zieht der 18-Jährige gerade mit anderen Klima-Aktivisten zum Brandenburger Tor.

Wie er berichtet, ist er schon seit einiger Zeit in der Republik unterwegs, um mit Aktionen unter anderem auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen und gegen Straßenbauprojekte zu demonstrieren. Vom Protest gegen die A 49 im Dannenröder Forst über den gegen die Küstenautobahn A 20 im niedersächsischen Ammerland zog es ihn in die Hauptstadt. Bis in den September hinein sollte es so weitergehen.

Aktionen wie diese sind für den jüngsten Kandidaten im Wahlkreis die bevorzugte Form des politischen Engagements. Seit 2019 sei er bei Fridays-for-Future in Kassel dabei, habe auch bei Extinction Rebellion mitgemacht. Diesen Sommer sei er aber nicht mit einer bestimmten Gruppe, sondern mit befreundeten Aktivisten unterwegs.

Seine Kandidatur für den Bundestag sei eine spontane Entscheidung gewesen, sagt der 18-Jährige. Man dürfe es nicht immer anderen überlassen. „Man muss es auch mal selbst versucht haben.“ Bewusst trete er als Einzelbewerber an. Die anderen Parteien seien ihm beim Klimaschutz nicht drastisch genug. Sie machten ihren Einsatz dafür stets von anderen Faktoren abhängig. El-Fayoumy: „Dabei ist Klimaschutz nicht verhandelbar. Es geht um das Überleben von uns allen.“

Im Frühjahr hat er sein Abitur an der Max-Eyth-Schule gemacht. Vor etwa einem Jahr ist er aus dem Trendelburger Ortsteil Gottsbüren (Altkreis Hofgeismar) nach Kassel gekommen. In der Südstadt lebt er in einer Wohngemeinschaft. Was nach dem Abi werde, sei noch unklar. Er habe sich an mehreren Stellen für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) beworben und für das Studium der Medizinischen Ingenieurwissenschaft eingeschrieben. Noch aber habe er keine Rückmeldung.

Auf dem Stimmzettel zur Wahl tritt Cornelius El-Fayoumy unter dem Kennwort „Wir haben eine Welt zu verlieren“ an. Das sei abgeleitet von einem Satz aus dem Kommunistischen Manifest. In dem Werk von Karl Marx und Friedrich Engels heißt es, die Proletarier hätten in der kommunistischen Revolution nichts als ihre Ketten zu verlieren. Und: „Sie haben eine Welt zu gewinnen.“ aha

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.