Ohne Auto geht’s ihm gut

Bundestagswahl: Das ist der Einzelbewerber Stephan Mascher

Stephan Mascher
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Erstmals Kandidat: Stephan Mascher, Einzelbewerber aus Kassel.

Stephan Mascher tritt zur Bundestagswahl als Einzelbewerber im Wahlkreis Kassel an. Der Kandidat sorgte schon bei seiner Zulassung für Schlagzeilen, hatte darüber doch der Landeswahlausschuss zu entscheiden.

Kassel – Eigentlich wollte der 50-Jährige unter dem Kennwort „Klimaliste“ auf dem Stimmzettel erscheinen. Das aber lehnte erst die Wahlbehörde in Kassel und dann auch der Wahlausschuss des Landes ab. Deshalb steht er nun unter seinem Nachnamen „Mascher“ auf dem Stimmzettel.

Stephan Mascher empfindet das als Ungleichbehandlung. Bundesweit könnten Bewerber wie er bei der Wahl unter dem Kennwort Klimaliste antreten. Er aber habe die Sache jetzt abgehakt.

Nicht abhaken kann er hingegen, was ihn bei der ersten Kandidatur antreibt: der Klimawandel. Vor allem die seiner Ansicht nach noch immer unzureichenden Maßnahmen, um ihm entgegenzuwirken. Auch beruflich beschäftigt Mascher das Thema als Projektleiter der Klima und Energieeffizienz Agentur (KEEA). Vor Jahren kam der gebürtige Hamburger wegen des Jobs nach Kassel.

„Umweltthemen liegen mir am Herzen“, sagt er. Zunächst aber habe er keine Partei gefunden, für die er sich hätte engagieren wollen. Dann sei er auf die Klimaliste gestoßen, sei 2020 Gründungsmitglied der Bundespartei geworden. In Hessen, wo die Klimaliste noch den Status eines Vereins habe, sei er der Finanzvorstand.

Mascher ist geschieden und hat drei erwachsene Kinder. Er wohnt in der Südstadt nahe der Frankfurter Straße. In der Kasseler Kommunalpolitik sei er nicht verwurzelt, räumt er ein. „Aber wenn ich mir einige Straßen und Radwege in der Stadt angucke, dann verstehe ich nicht, dass hier die Grünen schon seit vielen Jahren mitregieren.“

Das Thema Klimawandel/Klimaschutz müsse nach vorn gebracht werden, es müsse endlich was getan werden. Viele hätten Angst vor möglichen Kosten oder Einschränkungen. Bei der Klima- und Verkehrswende müsse man aber das Positive hervorheben, meint Mascher. Wenn die Infrastruktur da sei, werde sie auch angenommen. Das gelte auch für Radwege. „Aber es fehlen einfach der Mut und der Wille dazu.“

Wie der Kandidat berichtet, hat er vor einem Jahr das eigene Auto abgeschafft. Seither ist er mit dem E-Bike unterwegs, selten nutzt er einen Leihwagen. Vor noch gar nicht langer Zeit hätte er sich ein Leben ohne Auto nicht vorstellen können, sagt Stephan Mascher. „Aber es geht. Und es geht gut.“ aha

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