Er will Glaube und Politik verbinden

Bundestagswahl: Wolfgang Peuckert kandidiert für die Kleinpartei Bündnis C

Wolfgang Peuckert
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Ort der Ruhe: Wolfgang Peuckert geht gern im Park in Heiligenrode spazieren.

Am 26. September ist Bundestagswahl. In einer Serie stellen wir die Kandidaten im Wahlkreis Kassel, zudem auch Teile des Landkreises gehören, vor. Hier: Wolfgang Peuckert vom Bündnis C.

Kassel/Niestetal – Jeden Tag beginnt Wolfgang Peuckert mit einer 45-minütigen häuslichen Andacht gemeinsam mit seiner Frau. Für den 82-Jährigen ist Gott nicht wegzudenken aus seinem Leben. In allen wichtigen Fragen gehe er mit ihm „ins Zwiegespräch“, sagt der evangelische Pfarrer im Ruhestand. Auch in die Politik möchte er mehr christliche Positionen einbringen. Der Heiligenröder ist Bundestagskandidat für das „Bündnis C – Christen für Deutschland“.

Die christlich-evangelikal orientierte Kleinpartei, die 2015 aus den Vorgängerparteien AUF und PBC hervorging, hat bundesweit 1200 Mitglieder. Peuckert ist Mitbegründer und Schatzmeister im hessischen Landesverband des Bündnis C. Bei der Hessen-Wahl 2016 erzielte die Partei 0,1 Prozent.

Auch wenn die Aussichten auf ein Bundestagsmandat gering sind – Wolfgang Peuckert ist es wichtig, für seine Partei Gesicht zu zeigen. Wobei er betont, dass er jederzeit bereit und fit genug sei für die Aufgabe in Berlin. Trotz seiner 82 Jahre ist es für ihn auch selbstverständlich, selbst Wahlplakate aufzustellen.

Wichtig sind ihm dabei Themen wie der Schutz der Schöpfung und des Lebens. Artgerechte Tierhaltung, Nachhaltigkeit und eine Stärkung regionaler Landwirtschaft sind Stichworte im Parteiprogramm. Was den Klimawandel betrifft, sieht Peuckert kaum noch eine Chance, „weil der Mensch nicht bereit und fähig ist, seinen Egoismus in Schranken zu halten.“ Nur Gott habe die Macht, uns zum Guten zu verändern.

Der zweifache Vater fordert ein Abtreibungsverbot, stattdessen sollten Adoptionen gefördert werden. Ihm sei bewusst, dass solche Positionen heute kaum mehrheitsfähig seien. „Aber ich will nicht das Fähnchen in den Wind hängen“, sagt Peuckert. Er ist überzeugt: „Auf jeder Abtreibung liegt ein Fluch.“ Ebenso tritt er mit dem Bündnis C für die Förderung traditioneller Familienmodelle ein. Homosexualität und Geschlechtsidentitäten jenseits von Mann und Frau haben in Peuckerts Weltbild keinen Platz. Er erzählt von einem Verwandten, der ebenfalls „infiziert“ worden sei, und meint damit dessen Homosexualität. „Das ist Sünde wie Ehebruch oder Mord“, findet der Pfarrer, der viele Jahre in Ahnatal-Weimar tätig war. Wenn er heute sonntags den Gottesdienst besucht, stört es ihn, dass „die Mächte der Finsternis“ in den Predigten keine Rolle mehr spielten.

Beim Begriff „Gender Mainstreaming“ wird Peuckert, der eher leise und zurückhaltend wirkt, geradezu ärgerlich. „Diese Hirnrissigkeit!“, schimpft er und meint damit nicht nur sprachlich umstrittene Formen wie das Gendersternchen. Er beobachtet auch eine Frühsexualisierung von Kindern, die schon in der Kita beginne.

In der Migrationspolitik steht der christliche Kandidat für die Aufnahme von Flüchtlingen – aber die müsse auch Grenzen haben. Einer schleichenden Islamisierung unserer Kultur müsse man entgegentreten, meint Peuckert. Es sei wichtig, Flüchtlingen eine Ausbildung zu verschaffen, damit sie ihr Land selbst wieder aufbauen können, sagt er. „Gott hat jedem Volk seinen Raum gegeben.“

In ihren konservativen Positionen hat die Partei durchaus Schnittmengen mit der AfD. Diese lehnt Peuckert aber entschieden ab. „Christen in der AfD sind völlig falsch gepolt.“ Die AfD stehe - vor allem in ihrem völkischen Flügel – für Menschenverachtung, das Bündnis C für Nächstenliebe.

Von Katja Rudolph

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