Bundestagswahl

Drei schaffen es sicher nach Berlin

Stimmverteilung der Zweitstimmen im Bundestagswahlkreis 170.
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Stimmverteilung der Zweitstimmen im Bundestagswahlkreis 170.

Zur Bundestagswahl war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD erwartet worden, und so kam es auch. Im Wahlkreis 170 blieb das aus. Franke gewann deutlich.

Schwalm-Eder – Das Direktmandat von Dr. Edgar Franke wackelte nicht. Der Gudensberger zieht sicher in den nächsten Bundestag ein. Seit 1961 hat immer ein Kandidat der SPD im Wahlkreis das direkte Ticket nach Berlin gelöst. So auch am Wahlsonntag, 26. September. Im folgenden die Ergebnisse bis Redaktionsschluss.

Das beste Ergebnis für die Sozialdemokraten holte 1972 Heinz Kreutzmann mit 54 Prozent der Erststimmen. Mehr als 50 Prozent gibt es jedoch schon lange nicht mehr. Der Gudensberger Franke stand bei Redaktionsschluss bei etwa 39 Prozent der Stimmen, und CDU-Herausforderin Anna-Maria Bischof aus Fritzlar kam auf 23 Prozent der Stimmen. Da waren 419 von 442 Wahlbezirken ausgezählt.

Wahlkreis 170: Bischof enttäuscht

„Na klar bin ich enttäuscht“, sagte Anna-Maria Bischof gestern Abend, als klar war: Für das Direktmandat hat es im Wahlkreis nicht gereicht. Dennoch habe sie einen ganz ordentlichen Anteil an Stimmen erreicht. „Wir warten jetzt noch den Rest der Stimmen ab.“ Wie in welchem Ort gewählt worden sei, sei schließlich auch immer sehr interessant.

Bei der Bundestagswahl 2017 hatte Franke 37,7 Prozent geholt und Bernd Siebert (CDU) 29,2 Prozent. Siebert war zur Bundestagswahl 2021 nach 27 Jahren nicht mehr angetreten. 1994 hatte der Gudensberger erstmals kandidiert. Damals verlor er das Direktmandat gegen Gerd Höfer von der SPD.

Wahlkreis 170: Edgar Franke holt erneut Direktmandat für Berlin

Bei den Zweitstimmen überraschte der deutliche Stimmenverlust bei der Union. Die CDU fiel von 29,2 auf 21,2 Prozent. Die SPD holte 35,9 Prozent der Stimmen, die AfD auf 11,3, die FDP auf 11,,1 die Grünen auf 9,9 Prozent. Die Linken bekamen 3,25 und die Freien Wähler 2,36 Prozent der Zweitstimmen im Wahlkreis.

Über die Freude über sein gutes Abschneiden und das Direktmandat für Berlin mischte sich bei Dr. Edgar Franke (SPD) auch etwas Unzufriedenheit. Allerdings nicht beim Blick auf sein Wahlergebnis, sondern auf das gute Abschneiden von Albrecht Glaser (AfD). Franke betonte, dass das auch an der Coronapolitik liegen könne. „Viele Leute haben das Gefühl, dass sie mit ihren Grundrechten nicht ernst genommen werden.“ Dies müsse sich schnell ändern.

Wahlkreis 170: Glaser und Hoffmann schaffen es in Bundestag

Außer Edgar Franke (61) schaffte es Albrecht Glaser in den Bundestag. Der 79-jährige Niedensteiner stand auf Platz 5 der hessischen Landesliste. Bundesweit hat die AfD an Stimmen einbüßen müssen, während Albrecht Glaser im Wahlkreis 170 etwa so abschnitt, wie zur Bundestagswahl 2017. Zwar hätte er gedacht, dass er noch mehr Anteil für sich hätte verbuchen können, dennoch müsse man über das Ergebnis nicht weinen, sagte er gestern Abend.

Auch die Grüne Dr. Bettina Hoffmann (61) zieht erneut in den Bundestag. Die Niedensteinerin schaffte es über ihren guten Listenplatz. Sie stand auf Platz 1 der hessischen Landesliste. Für sie ist es die zweite Legislaturperiode in Berlin. „Wir müssen jetzt gut verhandeln und das Beste rausholen“, sagte sie mit Blick auf das Ergebnis der Grünen auf Bundesebene – dort standen sie bei 14,3 Prozent. (Damai Dewert, Daria Neu, Christina Zapf und Maja Yüce)

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