Timon Gremmels holt erneut Direktmandat

Kasseler SPD zur Bundestagswahl: „Das ist ein sensationelles Ergebnis“

(von links) Manuela Strube, Timon Gremmels, Esther Dilcher und Edgar Franke
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„Da geht noch was!“: (von links) Manuela Strube, Timon Gremmels, Esther Dilcher und Edgar Franke freuten sich über den Stimmenzuwachs für die SPD.

Gute Stimmung herrschte am Wahlabend bei den Sozialdemokraten, die sich auf dem Gelände der Kasseler SPD-Parteizentrale an der Humboldtstraße versammelt hatten.

Kassel – Schon bei der ersten Hochrechnung zur Bundestagswahl 2021, die ein Kopf-an-Kopf-Rennen von SPD und CDU vorausgesagt hatte, waren Jubelrufe zu hören. Als nach der ersten Hochrechnung die SPD knapp vorn lag, gab es erneut Jubel und Beifall. Ein Kommentar lautete: „Da geht doch noch was, oder?“

Tatsächlich nahm der Abstand zwischen SPD und CDU im Laufe des Abends zu (hier gibt es alle Ergebnisse im Wahlkreis 168). Den nordhessischen Genossen – darunter Hans Eichel, Edgar Franke, Günter Rudolph und Udo Schlitzberger – merkte man die Erleichterung darüber an, dass der noch vor wenigen Wochen prognostizierte Abrutsch der SPD auf 15 Prozent verhindert werden konnte. Freude kam auf, als sich abzeichnete, dass die Partei sogar mit deutlichen Zugewinnen gegenüber der Wahl 2017 rechnen durfte.

Entsprechend erleichtert zeigten sich auch die beiden SPD-Abgeordneten und Direktkandidaten Esther Dilcher (56) im Wahlkreis Waldeck (167) und Timon Gremmels (45) im Wahlkreis Kassel (168), die beide ihre Bundestags-Direktmandate verteidigen konnten.

Bundestagswahl in Kassel: „Ein sensationelles Ergebnis“

„Wenn man bedenkt, wo man die SPD noch vor wenigen Wochen gesehen hat, ist das ein sensationelles Ergebnis“, sagte Timon Gremmels. Daraus leite sich ein klarer Regierungsauftrag für die SPD und Olaf Scholz als dem neuen Bundeskanzler ab.

Sein persönliches Ziel sei es gewesen, den Wahlkreis – egal mit welcher Prozentzahl – wiederzugewinnen. „Das ist mein Anspruch“, betonte Gremmels. Schon sehr früh am Abend wurde klar, dass ihm weder der CDU-Herausforderer Michael Aufenanger noch der Grünen-Herausforderer Boris Mijatovic dies ernstaft werde streitig machen können. Gremmels legte schließlich bei den Erststimmen etwas und bei den Zweitstimmen sehr deutlich gegenüber der Wahl 2017 zu. Vor vier Jahren hatte er 35,6 Prozent der Erststimmen und 28,3 Prozent der Zweitstimmen erhalten.

„Das ist toll. Ich freue mich, dass es mir wieder gelungen ist, den Wahlkreis zu gewinnen“, meinte Gremmels.Er habe das geschafft, obwohl die Grünen in Kassel zuletzt bei den Kommunalwahlen, der Europawahl und im Kasseler Westen auch bei der Landtagswahl vor der SPD gelegen hatten. Natürlich habe zu seinem Erfolg der allgemeine Aufwind für die SPD im Bund beigetragen. Doch auch er habe seinen Anteil daran, betonte Gremmels.

Anders als zuletzt konnte die SPD in Stadt und Landkreis Kassel diesmal vom Rückenwind der Bundesebene profitieren. Das war bei nicht wenigen Kasseler Genossen ein ganz neues Gefühl. Eines, das nur langjährige heimische Sozialdemokraten schon einmal erlebt hatten. So zeigte sich zu Beginn des Wahlabends auch der Kasseler SPD-Vorsitzende Ron-Hendrik Hechelmann in zuversichtlicher Aufregung. „Erstmals seit ich Parteichef bin, könnte es heute sein, dass die SPD deutlich zulegen wird“, hoffte Hechelmann. Und so kam es dann auch. (Andreas Hermann)

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