Bundestagswahl 2021

Karl Lauterbach hofft auf Rot-Grün: „Rote-Socke-Kampagne zieht nicht“

Noch sind sie Konkurrenten, nach der Bundestagswahl könnten Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) jedoch koalieren – zumindest wenn es nach Karl Lauterbach geht.
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Noch sind sie Konkurrenten, nach der Bundestagswahl könnten Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) jedoch koalieren – zumindest wenn es nach Karl Lauterbach geht.

Vor der Bundestagswahl 2021 kritisiert Karl Lauterbach die Methoden der Union – und wirbt offen für eine Koalition mit den Grünen.

Kassel – Geht es nach SPD-Politiker Karl Lauterbach, hat sich sein Parteikollege Olaf Scholz beim TV-Triell zwischen den Kanzlerkandidaten klar gegen Annalena Baerbock (Grüne) und Armin Laschet (CDU) durchgesetzt. Auf Twitter machte der Mediziner auf Umfragen aufmerksam, die Scholz deutlich vor Laschet sahen.

„Der Kompetenzabstand“, so Lauterbach, sei „besonders groß“ gewesen. Mit Blick auf die Bundestagswahl 2021 hielt er sich mit Kritik an Annalena Baerbock, die vor allem unter jüngeren Zuschauern gut abschnitt, allerdings zurück. Im Gegenteil: Der Politiker, der unter einem Kanzler Scholz zum Bundesgesundheitsminister werden könnte, warb offen für eine rot-grüne Koalition.

Bundestagswahl 2021: Karl Lauterbach wünscht sich Rot-Grün – Baerbock schließt Koalition mit Linken aus

„Eine rot-grüne Koalition käme nicht nur am einfachsten zusammen. Sie brächte auch die modernste Regierung für soziale Gerechtigkeit und gegen die Klimakatastrophe auf die Beine“, erklärte Karl Lauterbach auf Twitter. Eine Koalition mit den Grünen und den Linken kann sich der Sozialdemokrat hingegen kaum vorstellen: „Es gibt eben diese großen Probleme zwischen der Partei die Linke und uns und auch den Grünen. Die Linke hat ihre Außen- und Verteidigungspolitik auf ein Fundament gesetzt, das für uns de Facto nicht tragbar ist“, sagte Lauterbach der Welt und spielte damit auf ein fehlendes Bekenntnis der Linken zur Nato an.

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Besonders lieb wäre Lauterbach stattdessen ein Bündnis aus der SPD und den Grünen: „Die Rote-Socken-Kampagne zieht nicht. Hoffentlich reicht es für Rot-Grün“, hieß es in einem Tweet. Infolge sinkender Umfragewerte wurden zuvor Stimmen aus der Union laut, die den Sozialdemokraten eine Nähe zur Linken unterstellten. So warnte etwa Markus Söder (CSU) vor einem „Linksrutsch“. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte, dass es unter ihr „nie eine Koalition“ mit Linke-Beteiligung geben würde.

Doch auch mit Blick auf die Grünen scheint bei der Union das rote Gespenst umzugehen. So mahnte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt noch im Sommer vor dem linken Spitzenkandidat: „Wer Annalena Baerbock wählt, der muss wissen, dass er die bucklige Verwandtschaft mit Dietmar Bartsch mitbekommt.“ Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland bezog Annalena Baerbock inzwischen jedoch klar Stellung: „Wenn man außen­politische Handlungs­fähigkeit einer Regierung nicht sicherstellen kann, gibt es keine Regierungs­grundlage.“ (Nail Akkoyun)

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