Repräsentative Wahlstatistik liegt vor

Bundestagswahl: So taktisch haben die Deutschen gewählt

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Lange Gesichter bei der SPD, als die Hochrechnungen der Bundestagswahl am 24. September einlaufen.

Noch gibt es nach der Bundestagswahl keine neue Regierung - doch zumindest haben sich die Wähler beim Urnengang offenbar viel überlegt. Das zeigt die repräsentative Wahlstatistik.

Berlin - Bei der Bundestagswahl 2017 haben so viele Menschen taktisch gewählt wie nie zuvor. Wie der Bundeswahlleiter am Freitag bei der Vorstellung der repräsentativen Wahlstatistik in Berlin mitteilte, entschieden sich bei der Wahl am 24. September 27,3 Prozent für das sogenannte Stimmensplitting. Das heißt, sie wählten mit der Zweitstimme die Landesliste einer Partei, gaben aber dem Direktkandidaten einer anderen Partei ihre Erststimme. Vergleichsweise selten nutzten das Stimmensplitting die Wähler von CDU, CSU, SPD und AfD.

Stimmensplitting ist der neue Wählertrend

Besonders häufig fand sich dieses Wahlverhalten bei den Wählern der FDP. 56,4 Prozent derjenigen, die sich für die FDP-Liste entschieden, wählten mit ihrer Erststimme Direktkandidaten anderer Parteien. Die meisten Erststimmen von FDP-Wählern erhielten die Direktkandidaten der CDU (33,8 Prozent). Auch von den wenigen, die für die AfD-Liste stimmten und dazu den Direktkandidaten einer anderen Partei wählten, entschieden sich die meisten für die CDU. Vom Stimmensplitting der Wähler der Grünen-Listen profitierte vor allem die SPD, aber auch die CDU erhielt etliche Erststimmen aus dem Lager der Grünen-Wähler.

Bei der Bundestagswahl 2009 hatten sich 26,4 Prozent der Wähler für ein Stimmensplitting entschieden. 2013 wählten 23 Prozent diese Strategie. Traditionell entscheiden sich eher Anhänger kleiner Parteien für das Stimmensplitting, weil sie nicht mit einem Wahlerfolg des Direktkandidaten ihrer Partei rechnen. Die repräsentative Wahlstatistik stützt sich auf eine Stichprobe von 2,2 Millionen Wahlberechtigten.

Lesen Sie auch den Ticker zu den GroKo-Verhandlungen.

dpa

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