Direktmandat mit drei Stimmen Vorsprung

Wahlkreis in Essen soll neu ausgezählt werden

Essen - Im Bundestagswahlkreis mit dem knappsten Ergebnis - dem Essener Wahlkreis 120 - sollen die Stimmen neu ausgezählt werden. Das Direktmandat hatte die CDU mit nur drei Stimmen Vorsprung vor der SPD gewonnen.

Bei der Überprüfung der Wahlniederschriften hatte das Wahlamt in einigen Fällen Unstimmigkeiten festgestellt, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. In diesen Wahlbezirken seien die Stimmen nachgezählt worden. Dadurch habe sich ein Vorsprung von 31 Stimmen für die SPD-Kandidatin Petra Hinz vor dem CDU-Bewerber Matthias Hauer ergeben.

Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) werde als Kreiswahlleiter dem Wahlausschuss deshalb die Nachzählung des kompletten Wahlkreises vorschlagen. Der Wahlausschuss tagt am Freitag. Unklar war zunächst, ob sich eine Änderung des Ergebnisses auf die Sitzverteilung im Bundestag auswirken würde.

Die Auszählung am Sonntagabend hatte für Hauer 59 043 Stimmen ergeben, auf Hinz waren nach Angaben der Landeswahlleiterin 59 040 Stimmen entfallen. Beide Kandidaten kamen damit auf 39,5 Prozent der Stimmen. Unabhängig vom endgültigen Ergebnis gehören Hauer und Hinz dem neuen Bundestag an. Beide sind auf den Landeslisten von CDU und SPD so gut abgesichert, das sie auch ohne Direktmandat den Sprung nach Berlin geschafft haben.

Fehler bei der Auszählung sind nicht die einzige Panne in dem Essener Wahlkreis. Ein Wahllokal hatte am Sonntag mit halbstündiger Verspätung geöffnet, weil eine Wahlhelferin nicht rechtzeitig ins Stimmlokal gekommen war. Einige Wähler seien verärgert wieder abgezogen, hatte die „WAZ“ berichtet. Der Bundeswahlleiter prüft den Vorfall.

dpa

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